Indien (Civ6): Unterschied zwischen den Versionen
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| + | '''Es reicht nicht, sein Volk zu führen. Vielmehr muss man führen, als wäre man selbst das Volk.''' | ||
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| + | Selten ist der Eroberer, dessen Name Jahrtausende überdauert. Noch seltener ist der Stratege, der auf dem Schlachtfeld ebenso fähig ist wie in der Politik. Am seltensten ist der Herrscher, der sein Reich freiwillig abgibt. Alles drei zusammen ist nur Chandragupta Maurya. | ||
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| + | Das frühe Leben des im 3. Jahrhundert v. Chr. geborenen Chandragupta liegt im Dunkeln. Einige Quellen sprechen ihm eine Verbindung zu einer Familie mit adliger Kriegertradition zu, gegensätzliche griechische Quellen behaupten jedoch, dass er als Bürgerlicher geboren wurde. Trotz dieser Konfusion erarbeitete Chandragupta sich schnell einen Ruf als kluger und charismatischer Mann, und zwar so sehr, dass der große Chanakya beschloss, sein Mentor zu werden. Durch die Unterstützung und den Rat des legendären Politikers und Philosophen erhielt Chandragupta einen Crashkurs in Politik, Kunst und Militärtaktik. | ||
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| + | Chanakyas Ausbildung diente nur einem einzigen Zweck: Er hoffte, dass sein Schüler die Nanda-Dynastie herausfordern konnte, eine Regierung, die weitläufig als korrupt galt. Chandragupta erwies sich des Vertrauens seines Tutors als würdig, denn er erhob schon bald eine Armee. 322 v. Chr. hatte er die Nanda unterworfen, sich selbst als Regent des Königreichs von Magadha eingesetzt und die Maurya-Dynastie gegründet. | ||
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| + | Chandragupta gab sich nie zufrieden. Schon bald warf er ein Auge auf die Ländereien, die von den mächtigen Nachfolgerstaaten der Mazedonier gehalten wurden. Auch wenn Alexander der Große schon vor Chandraguptas Thronbesteigung gestorben war, waren durch seine Eroberung des Industals die hiesigen Satrapien noch unter mazedonischer Kontrolle. Damit war Chandragupta offenbar nicht einverstanden, denn er brachte die eroberten Gebiete wieder unter sein Banner, annektierte Punjab und machte weiter, bis er an die Grenzen Persiens stieß und damit an die östliche Flanke von Seleukos I. Nikator, dem Basileus des neu gegründeten Seleukidenreichs und persönlichen Gefährten von Alexander. | ||
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| + | Der Krieg zwischen den Seleukiden und Maurya währte von 305 bis 303 v. Chr. und endete damit, dass Seleukos die indischen Satrapien der Mazedonier an den Maurya-König abtrat. Um zu bezeugen, dass es kein böses Blut gab, und im Wissen, dass Seleukos sich mehr um die Nachfolgerstaaten-Rivalen im Westen und Süden Gedanken machte, schenkte Chandragupta dem Basileus 500 Kriegselefanten, ein perfektes Geschenk für nahezu jeden Anlass. | ||
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| + | Insgesamt reichte Chandraguptas Reich vom heutigen Afghanistan bis ins südliche Indien. Aber Eroberungen waren nicht Chandraguptas einzige Stärke. Während seiner Regentschaft erwies sich Chandragupta als besonnener Herrscher, der sich sehr um sein Volk sorgte (oder er war zumindest schlau genug, diesen Eindruck durch seine Taten zu erwecken). Er baute Straßen, Bewässerungssysteme und erweiterte die Handelswege, um das Leben seiner Untertanen zu verbessern. Er war auch clever genug, sich die Loyalität seiner Soldaten zu sichern, indem er ihnen in den Garnisonen Pracht und Diener zur Verfügung stellte. | ||
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| + | Gegen Ende seines Lebens traf Chandragupta auf den Weisen Bhadrabahu, der ihm die Lehren des Jainismus nahebrachte, einer Religion, die spirituelle Erleuchtung und Gewaltlosigkeit durch eine asketische Lebensweise propagierte. Diesem neuen Kodex folgend gab Chandragupta seinen Thron an seinen Sohn Bindusara ab. Er suchte die Erleuchtung und unternahm eine Pilgerreise zu einer Höhle im südlichen Indien. Dort meditierte er bis zu seinem Tod, und erfüllte sein Ziel spiritueller Reinheit, indem er buchstäblich auf alles verzichtete, auf seinen Thron, sein Königreich, seine Reichtümer, ja sogar Nahrung. | ||
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| + | Chandraguptas Tod bedeutete jedoch nicht das Ende seiner Dynastie. Das Maurya-Reich sollte noch ein Jahrhundert überdauern. Inspiriert durch seine Taten folgten seine Nachfolger (vor allem sein Enkel Ashoka) seinem kombinierten Beispiel aus Expansion und spiritueller Erleuchtung. | ||
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| + | ===Strategie=== | ||
| + | Chandragupta ist das Gesicht eines weniger friedlichen Indien, das sich nicht scheut, seine Grenzen offensiv in fremde Gebiete auszudehnen. | ||
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| + | Der Hauptvorteil von Chandragupta ist der frühzeitige Zugriff auf den Casus Belli für einen Expansionskrieg, sodass es unerlässlich ist, die Ausrichtung "Militärausbildung" abzuschließen, bevor Ihr einen Angriff gegen Eure Nachbarn beginnt. Um seine Fähigkeit "Arthashastra" optimal auszunutzen, ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein, um Eure Feinde rasch mit einer überlegenen und schnelleren Streitmacht zu zerschmettern. Indiens religiöse Stärke sollte ebenfalls nicht ignoriert werden, denn der einfachste Weg, um fremde Religionen im indischen Reich zu verbreiten und ihre Anhänger-Glaubenssätze nutzen zu können, ist die Eroberung von Städten, in denen die gewünschte Religion vorherrscht. | ||
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Aktuelle Version vom 19. Juni 2026, 11:24 Uhr
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Dieser Beitrag befasst sich mit Indien, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Indien. |
| Eigenschaft | ||
|---|---|---|
Dharma
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| Anführer | ||
| Gandhi und Chandragupta | ||
| Spezial | ||
| Spezialeinheit: | ||
| Spezialmodernisierung: | ||
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Grundspiel | ||
Civilopedia
Der indische Subkontinent beheimatet eine der ältesten und einflussreichsten Kulturen der Welt. Seit etwa 5000 v.Chr. siedelten sich immer mehr Bauernvölker im Indus-Tal an, und bis etwa 2600 v.Chr. hatten sich viele ihrer Dörfer bereits zu Städten entwickelt, die das Fundament der frühen Harappa-Kultur bildeten - das Äquivalent zu den zeitgenössischen ägyptischen und babylonischen Kulturen. Etwa zur gleichen Zeit nahm der Hinduismus als älteste Religion der Welt langsam Gestalt an. Anders als in Ägypten und Babylon bildete sich in Indien zunächst allerdings kein zentralisierter Staat heraus. Erst während der Maurya-Dynastie (um 325-185 v. Chr.) entstand das erste indische Großreich, das weite Teile des Subkontinents kontrollierte.
Begründer der Dynastie war der Krieger Chandragupta Maurya. Mit Kriegselefanten gelang ihm ein bedeutender Triumph gegen König Seleukos I., den Nachfolger Alexanders des Großen und Herrscher über die ostgriechischen Kolonien im Iran und Indien. Unter Chandraguptas Enkel Ashoka (272-232 v. Chr.) erreichte das Maurya-Reich schließlich den Höhepunkt seiner Macht und kontrollierte (mit Ausnahme der Südspitze) den gesamten Subkontinent. Ashoka führte eine Verwaltung und ein Steuersystem ein und förderte durch den Bau neuer Straßen den Handel. Später konvertierte er zum Buddhismus und beendete die Epoche blutiger Eroberungszüge. Seine ethischen Lehren sind auf unzähligen Säulen und Felsen in ganz Indien bis heute überliefert.
100 Jahre später zerfiel das Maurya-Großreich in mehrere feudale Königreiche: Die Herrschergeschlechter der Gupta und Pajput regierten im Norden und die Chola, Hoysala und Pandya im Süden. Die geteilten Reiche konnten den aufstrebenden Islam langfristig nicht aufhalten. Zwar hatte es bereits seit Jahrzehnten muslimische Handelsgemeinschaften gegeben, aber im 7. und 8. Jh. marschierten auch erste arabische Kampftruppen an der Westküste und in Sindh in den Subkontinent ein. Im späten 12. Jh. verschärfte sich die Situation, als die Muslime - in diesem Fall die türkische Dynastie, die sich aus den Überbleibseln des Kalifenreichs der Abbasiden gebildet hatte - fast ununterbrochen mit Militärtruppen nach Nordindien einfielen. Der Weg zur endgültigen Eroberung Indiens war zuvor von Sultan Mahmud geebnet worden, der in der Zeit von 1001 bis 1027 mehr als 20 Feldzüge nach Indien angeführt und dort sein großes, wenngleich recht kurzlebiges Ghaznaviden-Reich errichtet hatte. 1186 wurde Mahmuds Reich von den Ghuriden zerstört, die auch die Rajputenstaaten eroberten und ein muslimisches Sultanat in Delhi errichteten, das bis 1526 Regierungssitz mehrerer türkischer Herrscher im Norden war.
Die muslimischen Staaten wurden wiederum vom islamischen Mogulreich (1526-1761) unterworfen, gegründet von Zahir-ud-Din Muhammad Babur (Großmogul von 1526-1530). Der Mongole stammte in 5. Generation von Timur-Lenk und in 14. Generation von Dschingis Khan ab. 1511 startete er eine Reihe von Blitzangriffen und eroberte Punjab und Hindustan. Sein Enkel Akbar der Große (1556-1605) setzte den Feldzug fort und nahm Gujarat, Bengalen und Rajasthan ein. Auf seinem Zenit befehligte Akbar die größte Streitmacht der indischen Geschichte und unterwarf nahezu den gesamten Subkontinent.
Im 16. und 17. Jh. etablierten sich europäische Handelskonsortien in Indien, um seltene Rohstoffe abzubauen, und dehnten sich weitläufig aus. Um 1740 hatten Portugiesen, Holländer, Engländer und Franzosen Handelsniederlassungen gegründet. Nach der Niederlage Frankreichs im 7-jährigen Krieg fielen die französischen Besitzungen allerdings an die britische Ostindische Kompanie. Diese füllte schließlich das nach dem Untergang des Mogulreichs entstandene Machtvakuum aus. Während die Briten zunächst kaum mehr als eine Hand voll Handelsposten unterhielten, fiel ihnen schon bald die reiche Provinz Bengalen in die Hände. Von hier weiteten die Europäer ihren Einfluss in der Folgezeit weiter aus. Unterstützt von indischen Hilfstruppen fügten die britischen Soldaten den Mogulen und den unabhängigen Fürsten von Mysore, Rajputana sowie der Maratha-Konföderation mehrere entscheidende Niederlagen zu. Bereits im Jahr 1850 kontrollierten die Briten ganz Indien. 25 Jahre nach dem erbitterten Aufstand der Jahre 1857 bis 59, in dessen Verlauf Indien von der Ostindischen Kompanie an die britische Krone überging, schlug die Stunde der nationalistischen Bewegung.
Der indische Nationalkongress tagte erstmals im Dezember 1885 in Bombay - zu diesem Zeitpunkt kämpften noch immer indische Truppen unter britischer Flagge in Burma. Mahatma ("die große Seele") Gandhi (1869-1948) war von der landesweiten indischen Unabhängigkeitsbewegung zum geistigen Führer ernannt worden. Seine Lehren und Methoden des gewaltlosen Widerstandes sind bis heute legendär und beeindruckten selbst seine erbittertsten Feinde. Das Massaker von Jallianwala Bagh (1919) verwandelte Millionen gemäßigter Inder von Großbritannien gegenüber loyalen "Raj" in leidenschaftliche Nationalisten. Die letzten Jahre der britischen Kolonialherrschaft waren von dem zunehmend gewalttätigen Hindu-Muslim-Konflikt und stärkerem Widerstand gegen die Vormacht einer ausländischen Regierung geprägt. Im Juli 1947 proklamierte das britische Parlament die Unabhängigkeit Indiens. Die erzielte Teilungsübereinkunft gilt als eine der am schnellsten abgewickelten und lukrativsten Vereinbarungen aller Zeiten: Innerhalb nur eines Monats wurde die größte und reichste Kronkolonie der Geschichte aufgeteilt. Um Mitternacht des 14. August 1947 wurden die souveränen Staaten Indien und Pakistan gebildet - für alle Zeiten unabhängig von der Hoheitsgewalt Großbritanniens. Heute ist Indien mit etwa 1 Milliarde Einwohner der größte demokratische Staat der Welt. Trotz der weit verbreiteten Armut gehört das Land zu den aufstrebenden Mächten der Welt.
Gandhi
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Mohandas Karamchand Gandhi | ||
| Einzigartige Fähigkeit | ||
|---|---|---|
| Satyagraha | ||
| Zivilisationen & Spezialeinheit | ||
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| Agenda | ||
Friedenshüter
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| Religion | ||
| Hindhuismus | ||
| Diplomatiebildschirm | ||
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Mohandas Karamchand Gandhi im 3D-Diplomatiebildschirm | ||
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Grundspiel | ||
Mahatma, Bapu von Indien
Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben.
Nur wenige können sich rechtmäßig Bapu (Gujarati für "Vater") ihres Landes nennen; und noch viel weniger haben diesen Spitznamen erworben, ohne viel Blut zu vergießen. Doch Mohandas Gandhi, den die Welt besser als Mahatma (Sanskrit für "ehrwürdig") Gandhi kennt, schon. Er entwickelte den Ansatz des Satyagraha (ein von ihm erfundener Begriff, wörtlich "Wahrheitsmacht"), oder des Widerstands gegen die Tyrannei durch zivilen Ungehorsam, eine Taktik, mit der er seiner Heimat die Unabhängigkeit brachte.
Gandhi wurde in die Hindi-Kaufmannskaste in ein Indien noch unter britischer Herrschaft geboren. Der Sohn der vierten Frau des Diwans des kleinen Staats Porbandar zeigte in seiner Jugend nichts von der bescheidenen Güte, die ihn als Erwachsener auszeichnen sollte. Seine Schwester stellte sogar einmal fest, dass einer seiner liebsten Zeitvertreibe als Kind war, dem "Hund das Ohr zu verdrehen". Als Junge beschrieb man ihn auch als "rastlos wie der Merkur ... entweder spielt er oder streift umher".
Gandhi schloss im Alter von 13 Jahren die arrangierte Ehe mit einer 14-Jährigen, die übliche Sitte für diese Zeit und diese Region. Offensichtlich fand er keinen Gefallen daran, da er diese Praktiken später als "die grausame Sitte der Kinderheirat" bezeichnete. Doch irgendwie hat er auch einen Vorteil daraus gezogen, da er im Jahr 1885 im Alter von 15 Jahren ein Kind bekam, dem aber nur ein kurzes Leben vergönnt war. Das Paar sollte vier weitere Kinder haben, alles Söhne, also schien die "grausame Sitte" seine Pflichten als Ehemann nicht zu beeinflussen.
Wegen seiner Heirat setzte er seine weiterführende Schulbildung um ein Jahr aus. Mohandas war nur ein mittelmäßiger Schüler und auch unglaublich schüchtern - keine gute Kombination, als er auf der Schule in Rajkot war. Eine seiner letzten Bewertungen beim Abitur lautete sinngemäß: "gut in Englisch, durchschnittlich in Mathe und schlecht in Erdkunde; Betragen sehr gut, miserable Handschrift." Bei diesen Talenten bleibt doch eigentlich nur eine Karriere als Anwalt, oder? 1888 brach er von Indien nach London auf und wollte Jura studieren.
Da sein Vater gerade erst verstorben war, wollte Gandhis Mutter nicht, dass er ging, und gab ihren Segen erst, als er versprach, von Wein, Frauen und Fleisch Abstand zu halten. Seine Kaste sah die Reise über das Meer als unsauber an; als er dennoch darauf bestand, erklärte man ihn zum "Geächteten". Im Juni 1891 machte Gandhi seinen Abschluss und setzte die Segel nach Indien. Er wollte sich mit einer Kanzlei in Bombay niederlassen, scheiterte jedoch kläglich - den Berichten nach, weil er keine Zeugen hart ins Kreuzverhör nehmen konnte, was ihm natürlich nur wenige Klienten einbrachte. Daher nahm Mohandas mit 24 Jahren einen Jahresvertrag der indischen Firma Dada Abdulla & Company an, um ihre Interessen in Natal, Südafrika, zu vertreten, einer anderen Ecke des weit verteilten British Empire.
Gandhi konnte sich an einem beruflichen Erfolg in Südafrika erfreuen, doch er war bestürzt über die Rassendiskriminierung und die Intoleranz, auf die er traf. Er verbrachte die nächsten 20 Jahre seines Lebens in Südafrika und kämpfte für die Rechte aller möglichen ethnischen Minderheiten. Dort war es auch, dass Gandhi begann, seine Philosophie des "passiven" Widerstands zu entwickeln und zu lehren. Er landete mehrfach für seinen Widerstand zum "Schwarzen Artikel" genannten Gesetz, durch den alle Nicht-Weißen der Regierung ihre Fingerabdrücke abgeben mussten, im Gefängnis. Als die Regierung anordnete, dass nur christliche Ehen in Südafrika legal waren, organisierte Gandhi einen massiven, gewaltfreien Protest und führte ihn an. Sein Zorn war zumindest in Teilen in seinen frühen Erfahrungen in Südafrika begründet, als er aus einem Erste-Klasse-Abteil der Bahn geworfen oder auch von einem Zugführer geschlagen worden war, da er seinen Platz nicht für einen Weißen aufgegeben hatte.
Trotz seiner anscheinend endlosen Proteste bewies Gandhi sich auch in Kriegszeiten als eine Art imperialer Patriot. Während des Burenkriegs formierte er einen Trupp aus 1100 indischen Freiwilligen, die als Sanitäter und Krankenträger an der Front dienten; Gandhi und 37 andere bekamen dafür die Kriegsmedaille für ihren Dienst und das erbrachte Opfer. 1906 waren die Briten wieder einmal zugange, dieses Mal gegen die Zulu. Gandhi stellte wieder eine Freiwilligentruppe für das Krankentragen zusammen (den Überlebenden wurde "erlaubt", um die südafrikanische Staatsbürgerschaft zu bitten). Seine unmittelbaren Erlebnisse als Augenzeuge im Krieg überzeugten ihn davon, dass nur gewaltfreie Methoden eine Chance gegen die mächtige königliche Armee haben ... und vielleicht nicht einmal die.
1915 kehrte Gandhi nach Indien zurück. Beinahe sofort verärgerte er so ziemlich jeden, der etwas zu sagen hatte: die britischen Verwalter, als er erklärte, es würde ihn beschämen, Englisch in seinem Heimatland sprechen zu müssen; und den indischen Adel, den er für seinen Prunk rügte und ihm mitteilte, sie sollten ihre Juwelen und ihren Wohlstand besser wegen der ärmeren Landsleute nicht zur Schau stellen. So begann Gandhi seinen langen Feldzug zur Befreiung seines Landes von der englischen Herrschaft. Der Mahatma verfolgte dabei zwei Wege - er versuchte, die Unterdrücker zu beschämen, und er forderte Opfer von den Unterdrückten in der Opposition. In den folgenden 30 Jahren predigte Gandhi unermüdlich den Indern den passiven Widerstand, er führte Streik um Streik an, Marsch um Marsch, hungerte bis zum Umfallen, erlitt unzählige Schläge und verbrachte Jahre im Gefängnis.
Trotz gewaltiger Rückschritte und Jahren der Frustration verärgerte Gandhi weiterhin die Mächtigen. 1946 stimmte Großbritannien mit seinem erschöpften Militär und quasi pleite zu, Indien zu verlassen, entschied jedoch dabei, die Kolonie zwischen Hindus und Moslems aufzuteilen, wogegen sich Gandhi vehement ausgesprochen hatte. Als rund 15 Millionen Menschen versuchten, sich für die "richtige" Seite der Trennlinie zu entscheiden, entfachten ihre Aktionen einen Ausbruch religiöser Gewalt, bei dem die Moslems in Indien abgeschlachtet wurden. Dasselbe Schicksal erwartete die Hindus in Pakistan.
Die neuen Länder lagen im Chaos. Als Antwort trat Gandhi in den Hungerstreik, bis die Gewalt ein Ende finden würde. Erstaunlicherweise half das; Repräsentanten beider Nationen und Religionen versprachen, das Morden zu beenden, und baten ihn, den Hungerstreik zu beenden. Und das tat er auch, zur Erleichterung von Millionen. Ironischerweise wurde Mohandas Gandhi nur 12 Tage später vom militanten Hindu-Nationalisten Nathuram Godse im Garten des Birla-Hauses ermordet.
Strategie
Gandhi ist die ultimative friedenserhaltende Zivilisation, die nie jemandem den Krieg erklärt, außer es geht um die Rückeroberung verlorenen Gebiets. Er lässt große Städte entstehen, immer in der Hoffnung, dass niemand ihm den Kampf ansagen wird.
Gandhi hat schon früh die Religion für sich entdeckt, Heilige Stätten mit Stufenbrunnen daneben errichtet und eine starke
Glaubensgenerierung angefacht (die noch stärker wird, solange er für Frieden sorgt). Aber für ihn gibt es nicht nur eine Religion. Er wird nie Inquisitoren erhalten, so dass auch andere Religionen Platz finden (die ihn dafür durch ihren Anhänger-Glaubenssatz belohnen). Wenn er keine Aussichten auf einen Religionssieg hat, wird er es mit einem Wissenschafts- oder Kultursieg versuchen, je nachdem, wo die Chancen besser liegen.
Chandragupta
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Chandragupta Maurya | ||
| Einzigartige Fähigkeit | ||
|---|---|---|
| Arthashastra | ||
| Zivilisationen & Spezialeinheit | ||
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| Agenda | ||
Maurya-Reich
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| Religion | ||
| Hindhuismus | ||
| Diplomatiebildschirm | ||
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Chandragupta Maurya im 3D-Diplomatiebildschirm | ||
Maurya-Kaiser
Es reicht nicht, sein Volk zu führen. Vielmehr muss man führen, als wäre man selbst das Volk.
Selten ist der Eroberer, dessen Name Jahrtausende überdauert. Noch seltener ist der Stratege, der auf dem Schlachtfeld ebenso fähig ist wie in der Politik. Am seltensten ist der Herrscher, der sein Reich freiwillig abgibt. Alles drei zusammen ist nur Chandragupta Maurya.
Das frühe Leben des im 3. Jahrhundert v. Chr. geborenen Chandragupta liegt im Dunkeln. Einige Quellen sprechen ihm eine Verbindung zu einer Familie mit adliger Kriegertradition zu, gegensätzliche griechische Quellen behaupten jedoch, dass er als Bürgerlicher geboren wurde. Trotz dieser Konfusion erarbeitete Chandragupta sich schnell einen Ruf als kluger und charismatischer Mann, und zwar so sehr, dass der große Chanakya beschloss, sein Mentor zu werden. Durch die Unterstützung und den Rat des legendären Politikers und Philosophen erhielt Chandragupta einen Crashkurs in Politik, Kunst und Militärtaktik.
Chanakyas Ausbildung diente nur einem einzigen Zweck: Er hoffte, dass sein Schüler die Nanda-Dynastie herausfordern konnte, eine Regierung, die weitläufig als korrupt galt. Chandragupta erwies sich des Vertrauens seines Tutors als würdig, denn er erhob schon bald eine Armee. 322 v. Chr. hatte er die Nanda unterworfen, sich selbst als Regent des Königreichs von Magadha eingesetzt und die Maurya-Dynastie gegründet.
Chandragupta gab sich nie zufrieden. Schon bald warf er ein Auge auf die Ländereien, die von den mächtigen Nachfolgerstaaten der Mazedonier gehalten wurden. Auch wenn Alexander der Große schon vor Chandraguptas Thronbesteigung gestorben war, waren durch seine Eroberung des Industals die hiesigen Satrapien noch unter mazedonischer Kontrolle. Damit war Chandragupta offenbar nicht einverstanden, denn er brachte die eroberten Gebiete wieder unter sein Banner, annektierte Punjab und machte weiter, bis er an die Grenzen Persiens stieß und damit an die östliche Flanke von Seleukos I. Nikator, dem Basileus des neu gegründeten Seleukidenreichs und persönlichen Gefährten von Alexander.
Der Krieg zwischen den Seleukiden und Maurya währte von 305 bis 303 v. Chr. und endete damit, dass Seleukos die indischen Satrapien der Mazedonier an den Maurya-König abtrat. Um zu bezeugen, dass es kein böses Blut gab, und im Wissen, dass Seleukos sich mehr um die Nachfolgerstaaten-Rivalen im Westen und Süden Gedanken machte, schenkte Chandragupta dem Basileus 500 Kriegselefanten, ein perfektes Geschenk für nahezu jeden Anlass.
Insgesamt reichte Chandraguptas Reich vom heutigen Afghanistan bis ins südliche Indien. Aber Eroberungen waren nicht Chandraguptas einzige Stärke. Während seiner Regentschaft erwies sich Chandragupta als besonnener Herrscher, der sich sehr um sein Volk sorgte (oder er war zumindest schlau genug, diesen Eindruck durch seine Taten zu erwecken). Er baute Straßen, Bewässerungssysteme und erweiterte die Handelswege, um das Leben seiner Untertanen zu verbessern. Er war auch clever genug, sich die Loyalität seiner Soldaten zu sichern, indem er ihnen in den Garnisonen Pracht und Diener zur Verfügung stellte.
Gegen Ende seines Lebens traf Chandragupta auf den Weisen Bhadrabahu, der ihm die Lehren des Jainismus nahebrachte, einer Religion, die spirituelle Erleuchtung und Gewaltlosigkeit durch eine asketische Lebensweise propagierte. Diesem neuen Kodex folgend gab Chandragupta seinen Thron an seinen Sohn Bindusara ab. Er suchte die Erleuchtung und unternahm eine Pilgerreise zu einer Höhle im südlichen Indien. Dort meditierte er bis zu seinem Tod, und erfüllte sein Ziel spiritueller Reinheit, indem er buchstäblich auf alles verzichtete, auf seinen Thron, sein Königreich, seine Reichtümer, ja sogar Nahrung.
Chandraguptas Tod bedeutete jedoch nicht das Ende seiner Dynastie. Das Maurya-Reich sollte noch ein Jahrhundert überdauern. Inspiriert durch seine Taten folgten seine Nachfolger (vor allem sein Enkel Ashoka) seinem kombinierten Beispiel aus Expansion und spiritueller Erleuchtung.
Strategie
Chandragupta ist das Gesicht eines weniger friedlichen Indien, das sich nicht scheut, seine Grenzen offensiv in fremde Gebiete auszudehnen.
Der Hauptvorteil von Chandragupta ist der frühzeitige Zugriff auf den Casus Belli für einen Expansionskrieg, sodass es unerlässlich ist, die Ausrichtung "Militärausbildung" abzuschließen, bevor Ihr einen Angriff gegen Eure Nachbarn beginnt. Um seine Fähigkeit "Arthashastra" optimal auszunutzen, ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein, um Eure Feinde rasch mit einer überlegenen und schnelleren Streitmacht zu zerschmettern. Indiens religiöse Stärke sollte ebenfalls nicht ignoriert werden, denn der einfachste Weg, um fremde Religionen im indischen Reich zu verbreiten und ihre Anhänger-Glaubenssätze nutzen zu können, ist die Eroberung von Städten, in denen die gewünschte Religion vorherrscht.