Kongo (Civ6): Unterschied zwischen den Versionen
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| + | '''Wagt alles und seht, wohin das Schicksal Euch führt.''' | ||
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| + | Nzinga Mbande spielte in der angolanischen Unabhängigkeitsbewegung und der frühen Kolonialgeschichte Afrikas eine wichtige Rolle. Dabei war es für sie nicht leicht, sich durchzusetzen und ein Reich zum Regieren zu erlangen. Sie wechselte zwischen verschiedenen Königreichen und spielte die europäischen Mächte gegeneinander aus. | ||
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| + | Die Portugiesen erreichten das Königreich Kongo in den 1480ern und fanden eine Wahlmonarchie vor, die seit den 1300ern an der Macht war. Missionare etablierten dort Schulen und entwickelten im Kongo eine synkretistische Religionspraxis. Binnen eines Jahrzehnts wurde der König getauft. Mit der Sklaverei war es komplizierter. Die Kongolesen praktizierten sie bereits seit langer Zeit, indem sie Gefangene aus Kriegen und Überfällen in ihre Hauptstadt holten und zwangen, dort zu leben und zu arbeiten. Als die Portugiesen ihre Plantagen auf São Tomé etablierten, vereinbarte das Kongoreich ein Handelsabkommen, laut dem es die Insel exklusiv mit Gefangenen für die Sklavenarbeit versorgte. Mit der Zeit entstand eine unsichere Allianz zwischen Kongo und Portugal. | ||
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| + | Doch die Portugiesen respektierten das Monopol Kongos auf den Sklavenhandel nicht. Daher forderte Afonso – Mvemba á Nzinga – die Beendigung des Abkommens. Es sollte beachtet werden, dass Mvemba weder die Abschaffung der Sklaverei wollte, noch gegen imperiale Aggression protestierte. Es ging ihm lediglich darum, dass die Portugiesen sich nicht an die Abmachung hielten. Aufgrund dieses Streitpunktes, begann Portugal Lager in benachbarten Königreichen zu etablieren, die nicht nur als Handelslager, sondern auch für Überfälle genutzt wurden. | ||
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| + | Eine Generation später waren Gebiete an der kongolesischen Grenze, die einst von den Sklavenhändlern überfallen worden waren, zu möglichen Partnern geworden. Auch Ndongo gehörte dazu. 1590 befand sich das Königreich im Krieg gegen die Portugiesen und ihre kongolesischen Verbündeten und wurde gleichzeitig wiederholt von einer besonders stürmischen Söldnerbande angegriffen, den Imbangala. Als der Krieg nicht gut verlief, führte ein Adliger einen Staatsstreich durch und vertrieb viele Mitglieder des königlichen Hofes. Unter ihnen war auch Nzinga, die in das nahegelegene Königreich Matamba flüchtete. Doch das neue Oberhaupt von Ndongo konnte ihre politische Gewandtheit und ihre Beziehungen gebrauchen und beauftragte sie, mit den Portugiesen zu verhandeln. | ||
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| + | Als Unterhändlerin brillierte Nzinga. Sie verstieß absichtlich gegen die portugiesischen Normen und weigerte sich, die untergeordnete Rolle einzunehmen, die man ihr zugewiesen hatte. Sie kleidete sich in prunkvoller Tracht und trat nicht als Untertanin, sondern als Königin auf. Als die Portugiesen von ihr verlangten, sich auf den Boden zu setzen, ließ sie ihre Dienerin die Position des Stuhls einnehmen. In Bezug auf ihre Taufe hielt sie die Portugiesen hin und nutzte sie bei Verhandlungen als Angebot. Schließlich gelang es ihr, Frieden zu schließen. | ||
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| + | Doch der Frieden war nicht von Dauer. Die Imbangala wollten mehr Land und setzten die Kämpfe, Portugal und Ndongo zum Trotz, fort. Während der immer schlimmer werdenden Krise verstarb der König von Ndongo. Nzinga ergriff mit ihrem weitreichenden Netzwerk politischer und strategischer Allianzen die Macht. Die Portugiesen, die mit ihrem Temperament vertraut waren, verlangten jedoch von ihr, einem von ihnen ernannten Marionettenkönig Gehorsam zu schwören. Nzinga weigerte sich und flüchtete zu den Rebellen – ausgerechnet den Imbangala. Sie heiratete einen von ihnen und strukturierte ihre Streitmacht nun nach dem militaristischen Vorbild ihres neuen Volkes. Mit ihr fegte sie über das Gebiet hinweg und eroberte Matamba, jedoch nicht ganz Ndongo. Von dieser günstigen Position aus etablierte sie unabhängige Beziehungen mit niederländischen Händlern. Durch den Sklavenhandel mit ihnen sicherte sie ihre Finanzen und verbündete sich mit den Niederländern und Kongolesen gegen die Portugiesen. | ||
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| + | Das Kämpfen nahm kein Ende. Die Portugiesen verdrängten die Niederländer, doch zur gleichen Zeit brach ein Krieg zwischen Portugal und Spanien aus. 1656 einigten sich die Parteien nach jahrelangem Konflikt auf einen Friedensvertrag, der Portugal große Küstenstreifen gewährte, während Nzinga das Monopol auf den Sklavenhandel bekam. Es vergingen viele Jahre, ehe wieder Europäer nach Gebieten im Landesinneren trachteten. | ||
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| + | Im Nachhinein wird Nzinga als starke Gegenmacht zu den Portugiesen betrachtet, und so wurde sie vor allem in Abbildungen des Bürgerkriegs in Angola dargestellt. | ||
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| + | ===Strategie=== | ||
| + | Für den Erfolg von Nzinga Mbande ist es entscheidend, auf ihrem Heimatkontinent zu bleiben. | ||
| + | |||
| + | Nzinga Mbande verfolgt das Ziel, Kongo zur vorherrschenden Macht auf ihrem Heimatkontinent zu machen. Sie erhält zusätzliche Erträge in ihrer Heimat, die zusammen mit ihrer Nkisi-Fähigkeit gute Voraussetzungen für einen Kultursieg schaffen. Die Ngao Mbeba helfen ihr, Zivilisationen zu erobern, die ihren Heimatkontinent betreten. Mit dem M'banza werden ihre Städte groß und wohlhabend. | ||
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Version vom 18. Juni 2026, 22:11 Uhr
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Dieser Beitrag befasst sich mit Kongo, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Kongo. |
| Eigenschaft | ||
|---|---|---|
| Nkisi | ||
| Anführer | ||
| Mvemba á Nzinga und Nzinga Mbande | ||
| Spezial | ||
| Spezialeinheit: | ||
| Spezialbezirk: | ||
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Grundspiel / Leader Pass | ||
Civilopedia
Der Legende nach liegen die Ursprünge des Königreichs Kongo in den Unruhen des sehr großen aber nicht sehr reichen Stammesreichs von Mpemba Kasi um das Kwilutal. In diesen Erzählungen heißt es, dass das geschwächte Mpemba Kasi irgendwann ein Bündnis mit dem militaristischen Nachbarn Mbata einging und letztlich so das Königreich von Mwene Kabunga erobern konnte, das auf einem Bergplateau im Süden lag. Als der Krieger Nimi a Lukeni alle seine Gebiete vereinigte, machte er M'banza Kongo, das Dorf auf dem Berg, zu seiner Hauptstadt. Und so war das Königreich Kongo um 1390 n. Chr. geboren, ein Königreich, das sich in seiner Blütezeit über ein Gebiet erstreckte, das von Afrikas mittlerer Atlantikküste bis zum Fluss Kwango und von Pointe-Noire im Norden bis zum Fluss Loje im Süden reichte.
Der erste Mani-Kongo ("König") war natürlich Nimi selbst. Als dieser starb, übernahm sein Bruder Mbokani M'vinga die Herrschaft. Da er zwei Ehefrauen und neun Kinder hatte, sollten seine Nachkommen in ungebrochener Linie bis zum Ende des unabhängigen Kongo regieren. Unter seiner Herrschaft wurden das benachbarte Königreich Loango und zahlreiche kleinere Gebiete erobert. Mani-Kongo Mbokani führte außerdem die Tradition ein, in den Provinzen Statthalter aus seiner eigenen Familie einzusetzen. Mit der Zeit verloren die Provinzen unter diesem zentralisierten System immer mehr an Einfluss, bis sie irgendwann nur noch über symbolische Macht verfügten. So war unter anderem das einst stolze und unabhängige Königreich Mbata nur noch als Großvater des Königs von Kongo bekannt.
Während seines gesamten Bestehens ließ sich die Krone durch Steuern, Zwangsarbeit und königliche Abgaben bezahlen. Um das Militär zu finanzieren, verkaufte der Mani-Kongo Sklaven, Kupfer und Elfenbein an die Europäer, die nach und nach an den Küsten auftauchten. Hinzu kamen noch Tributzahlungen aus benachbarten Städten und Königreichen, die M'banza Kongo im späten 16. Jahrhundert zu einer der reichsten Städte Afrikas werden ließen. Das Königreich konnte weiter wachsen, was nicht zuletzt den Speeren der Bantu-Krieger zu verdanken war. Als die Europäer eintrafen, herrschte der Mani-Kongo über sechs Provinzen - Mpemba, Mbata, Nsundi, Mpanga, Mbemba und Soyo - sowie vier Vasallenreiche (Loango, Cacongo, Ngoye und Ndongo). Schenkt man den Aufzeichnungen Glauben, so konnte der König innerhalb von nur einer Woche 300.000 gut ausgebildete und disziplinierte Krieger (Männer und Frauen) auf das Schlachtfeld führen.
Die Bevölkerung von Kongo konzentrierte sich um die Hauptstadt M'banza, wo mehr als 100.000 Menschen lebten - und somit jeder fünfte Kongolese. Wenn das Gebiet auch sehr zersiedelt war, konnte man in diesem Ballungsraum Nahrung und Rohstoffe lagern und Kampfkraft sammeln, um sie zu aktivieren, wenn der Mani-Kongo sie brauchte. Die Stadt wurde dadurch auch zum Zentrum eines großen Handelsnetzwerks; neben dem Export von Ressourcen wie Elfenbein und Metallerz gab es im Kongo zahlreiche von den Familien geleitete Kleinunternehmen, in denen Kupferarbeiten, andere Metallwaren, Raphia-Stoffe und Töpferwaren hergestellt wurden.
1483 segelte der portugiesische Entdecker Diogo Cão den bis dahin noch "unentdeckten" Fluss Kongo hinauf und stieß dabei auf das Königreich Kongo. Er ließ ein paar seiner Leute als "Gäste" dort bleiben und nahm ein paar Vertreter des Königreichs mit zurück nach Portugal, wo der König des Landes ihn für seine Leistungen zum Cavaleiro (Ritter) schlug. Cão stand - anders als viele andere Europäer, die mit Eingeborenen verhandelten - zu seinem Wort und kehrte 1485 mit den Adligen zurück. Etwa zu dieser Zeit konvertierte Mani-Kongo Nzinga á Nkuwu zum Christentum. 1491 kehrte Cão erneut zurück und hatte diesmal einen katholischen Priester dabei, der Nzinga und einige seiner Adligen nun auch offiziell taufte. Der Mani-Kongo nahm zu Ehren des damaligen portugiesischen Königs den christlichen Namen Johann an. Zusammen mit dem Priester und einigen anderen brachte Cão einen kongolesischen Gesandten nach Portugal, der später in M'banza eine Schule nach portugiesischem Vorbild eröffnen sollte. So bekam Portugal wie ein Vertreter Stück für Stück einen Fuß in die Tür ...
Johann I. (geb. Nzinga) wurde von seinem Sohn Afonso I. (geb. Mvemba á Nzinga) beerbt. Während sein Vater, was seinen Übergang zum Christentum betrifft, anscheinend grandios scheiterte, war Afonso ein devoter Katholik, der alles daran setzte, sein Volk zum wahren Glauben zu bringen. Er nahm Berater von Portugal und der Kirche in seinen inneren Kreis auf und versuchte, eine Synthese zwischen dem Christentum und dem ursprünglichen Glauben seiner Untertanen zu erreichen. Auch wenn ihm das nicht gelang, so konnte er dennoch eine stattliche katholische Infrastruktur aufbauen und nutzte die Mittel aus der königlichen Schatzkammer, um Schulen und Kirchen zu finanzieren - ob es seinen Untertanen gefiel, oder nicht. Da es nur wenige geweihte Priester gab und viele der Sprache nicht mächtig waren, schickte der König einige junge Adlige nach Europa, um dort Religion zu studieren. Einer von Afonsos Söhnen wurde weit im Norden zum Bischof von Utica ernannt und übernahm schließlich nach sieben Jahren des Studiums der Heiligen Schrift das Amt des Apostolischen Vikars des Kongo.
Der christliche Wohltätigkeitsgedanke fand aber schon bald sein Ende, als sich der aufkeimende Sklavenhandel im Kongo mit der Habgier der Portugiesen verband. In den Jahrzehnten nach Cãos Ankunft wurden die Außengebiete des Königreichs Kongo zur größten Quelle des portugiesischen Menschenhandels. Sklaverei hatte es zwar im Kongo schon lange gegeben, bevor die europäischen und kongolesischen Sklavenmärkte das boomende Geschäft für sich entdeckten, doch es waren die Portugiesen, die einen wahren Sklavenansturm in die Karibik und nach Brasilien in Gang setzten. Auch wenn das Geschäft unglaublich profitabel war und man damit gut Gefangene loswerden konnte, die bei den nie enden wollenden Konflikten an den Ost- und Südgrenzen des Königreichs gemacht wurden, vermuteten spätere Herrscher, dass viele ihrer eigenen Untertanen "illegal" versklavt wurden, wenn gerade nicht genug frische Kriegsgefangene vorhanden waren. Dies führte immer mehr dazu, dass sich das Reich destabilisierte. Daher wurde die Verwaltung des Handels organisiert und man setzte königliche Komitees ein, um sicherzustellen, dass keine Menschen illegal abtransportiert wurden. Und die rechtmäßig versklavten Menschen wurden vor dem Abtransport von Priestern getauft, damit wenigstens ihre Seele gerettet werden konnte.
Doch es war weder das Christentum noch die Sklaverei, die letztlich zum Untergang des Königreichs führen sollten. Es waren die blutigen Konflikte um die Thronfolge. Seit Cousins, Onkel, Brüder und Söhne des Mani-Kongo über die Provinzen und Vasallenreiche herrschten, wie Mbokani es veranlasst hatte, brach jedes Mal nach dem Tod des Königs wieder ein Bürgerkrieg aus, da jeder der Aspiranten über eine kleine Armee verfügte. Im Zuge dessen wurde 1568 die Hauptstadt von den sogenannten Jagas erobert. Dabei handelte es sich entweder um Angreifer aus dem Osten oder vielleicht auch um verärgerte Untertanen (die Berichte darüber variieren). Nimi a Lukeni, mit katholischem Namen Álvaro I., eroberte die Stadt zurück und wurde zum König gesalbt. Doch da er dazu die Waffen und Unterstützung der Portugiesen benötigte, musste er der portugiesischen Krone das Gebiet von Luanda als Kolonie überlassen, das letztlich zu Angola wurde. Eine schlechte Entscheidung, da sich die Portugiesen schon bald darauf in die internen Angelegenheiten von Kongo einmischen sollten.
Álvaro, Begründer der Kwilu-Dynastie, und sein Sohn Álvaro II. erkannten die Welle des allgemeinen Fortschritts und versuchten, das Königreich zu "verwestlichen". Vielleicht hatten sie vor, für die Europäer interessanter zu werden, vielleicht wollten sie aber auch das Unausweichliche verhindern. Auf jeden Fall waren die meisten Reformen oberflächlich. Álvaro führte Titel nach europäischem Vorbild ein (sodass der Mwene Nsundi zum Herzog von Nsundi wurde) und sein Sohn gab der Hauptstadt den neuen Namen São Salvador. 1596 überzeugten kongolesische Abgesandte den Papst, die Stadt als Zentrum einer neuen Diözese anzuerkennen, die sich über Kongo und Angola erstreckte. Doch der König von Portugal überlistete Álvaro II. und brachte den Heiligen Stuhl - wahrscheinlich nicht ohne die entsprechenden finanziellen Anreize - dazu, ihm das Recht zum Einsetzen der Bischöfe für diesen neuen Sitz zu überlassen.
Die Beziehungen zwischen Angola und Kongo wurden immer schlechter und erreichten ihren Tiefpunkt, als der Kolonialgouverneur von Angola 1622 im Südkongo einfiel. Die Lage verschlimmerte sich weiter, als das Königreich im Inneren zunehmend zersplitterte und einige Provinzherrscher eigene Militär- und Handelsabkommen mit den Portugiesen schlossen. Ein paar Jahrzehnte später verbündete sich Mani-Kongo Nkanga á Lukeni (Garcia II.) mit den Niederlanden gegen die Portugiesen, nachdem Erstere 1641 einen Teil von Angola erobert hatten. Doch die Niederländer machten bereits 1648 einen "strategischen Rückzug" und ließen den Mani-Kongo im Stich. Grenzkonflikte zwischen Kongo und Portugal über Ansprüche auf das Ambuila-Gebiet (das nicht sehr groß war, aber einen Kriegsgrund brauchte man ohnehin nicht) führten letztlich im Oktober 1665 zur Schlacht von Ambuila.
Dort konnte eine Einheit aus portugiesischen Musketieren und leichten Kanonen die Armee des Mani-Kongo entscheidend schlagen. Bei den eingeborenen Kriegern gab es mehr als 5.000 Todesopfer, darunter auch der König. Nach der Schlacht kämpften die beiden Gruppen Kimpanza und Kinlaza, die zur königlichen Familie gehörten, um die Krone. Der folgende Bürgerkrieg zog sich bis ins nächste Jahrhundert hinein. Ganze Landstriche wurden verwüstet und Tausende kongolesische Gefangene wurden auf beiden Seiten an Sklavenhändler verkauft. Die Hauptstadt wurde mehrere Male geplündert und ab 1696 zum Großteil verlassen. Schließlich gelang es Pedro IV. von Kibangu unter den (wenigen) überlebenden Adligen ein Abkommen auszuhandeln, das besagte, dass die Königswürde unter ihnen wechseln sollte. So kehrte wieder Frieden ein ... vorerst.
Die verlassene Hauptstadt M'banza wurde 1705 von der von den Portugiesen unterstützten einheimischen christlichen Prophetin Beatriz Kimpa Vita und ihren Anhängern, den Antoniern, zurückerobert. Das Ziel der Antonier (benannt nach dem Heiligen Antonius von Padua) war die Erschaffung eines neuen, heiligen christlichen Königreichs Kongo, das direkt unter dem Schutz Gottes steht. Doch das schien nicht der Fall zu sein, da König Pedro IV., der von 1696 bis 1718 regierte, Beatriz gefangen nehmen ließ, sie verurteilte und als Ketzerin hinrichtete. Danach eroberte er die Hauptstadt zurück und ließ Kongo 1709 wieder zu einem "unabhängigen" Königreich werden.
Obwohl das System mit dem Wechsel der Königswürde relativ gut für Frieden sorgte, kam es immer wieder zu dynastischen Streitigkeiten. In anderen Bereichen schien sich die Lage im 18. und 19. Jahrhundert zu verbessern. Kongolesische Künstler begannen mit der Produktion von Kruzifixen, die Christus als Schwarzen darstellten. Dies überzeugte nun auch die letzten Skeptiker. Die Nation wurde so vom Glauben erfasst, dass die weit verbreitete Geschichte, die zerstörte Kathedrale in São Salvador sei über Nacht von Engeln wieder aufgebaut worden, von kaum jemandem bezweifelt wurde. 1836 schafften die Portugiesen - unter immensem Druck der Briten - den Sklavenhandel ab.
Am Ende sorgte ein weiterer dynastischer Streit dafür, dass das Königreich Kongo unterging. 1856 kämpften nach dem von Tod Henrique II. zwei Gruppen aus dem Kinlaza-Clan um die Thronfolge. Pedro Lelo ging aus dem Konflikt siegreich hervor, war dabei aber auf die Hilfe portugiesischer Truppen angewiesen. Doch jeder Pakt mit dem Bösen hat seinen Preis und so musste Pedro V. 1857 den Vertrag unterzeichnen, der Kongo zu einem Vasallenreich des Königs von Portugal machte. Bereits im folgenden Jahr errichtete Portugal ein Fort in São Salvador und stationierte darin eine Garnison, um sicherzugehen, dass keinerlei Zweifel daran bestanden, wer im Land das Sagen hatte. Einen unabhängigen Staat sollte es erst wieder 1960 geben, in Gestalt der Republik Kongo.
Mvemba á Nzinga
Mani-Kongo, getauft zu: Afonso I.
Gute Taten machen zeichnen gute Nachbarn aus.
Praktisch alles, was über die lange Regentschaft von Afonso I., König des afrikanischen Reiches Kongo, bekannt ist, entstammt seiner Korrespondenz mit den portugiesischen Königen Manuel I. und Johann III. Die wenigen Zeitgenossen, die tatsächlich am Hof anwesend waren, hatten wenig zu sagen oder zumindest wenig, was schriftlich festgehalten wurde. Zum Glück waren Afonsos Briefe lang, detailliert und gelegentlich auch aufschlussreich. Bei den meisten handelte es sich jedoch um Beschwerden über das Fehlverhalten portugiesischer Abenteurer, Kolonisten, Beamter und Händler.
Der Thronfolger wurde als Mvemba á Nzinga geboren, Sohn von Mani-Kongo (König) Nzinga a Nkuwu, fünfter Herrscher der Dynastie, und trat erstmals im Alter von etwa 25 Jahren in Erscheinung, als die Portugiesen im Mai 1491 n. Chr. auf den Spuren von Diogo Cão in der Hauptstadt M’banza Kongo erschienen. Sein Vater konvertierte sofort zum Katholizismus (in Anbetracht der Geschichten, wie die Kirche andere Königreiche bekehrte, vermutlich eine weise Entscheidung) und nahm den portugiesischen Namen João I. an. Mpangu wurde ebenfalls getauft und wurde ab da Afonso genannt. Er wurde aus der Provinz Nsundi, die er verwaltete, abgerufen, um mit Priestern und Beratern des Königs zu studieren. Aus Berichten der Priester geht hervor, dass er sehr enthusiastisch und ein wahrer Schüler des Christentums war.
Afonso fühlte sich seinem Glauben gegenüber derart verpflichtet, dass er heimische Kunstobjekte, die katholische Gefühle verletzen könnten, zerstören ließ und ein Programm startete, um die Konvertierung in der Provinz zu fördern. Seine Allianz mit den katholischen Portugiesen wurde ihm sehr nützlich, als sein Vater starb. Die Könige des Kongoreiches wurden gewählt und es war nicht ausgemacht, dass der Konvertit Nachfolger seines Vaters trotz dessen Glaubens werden würde. Doch Afonsos Mutter schaffte es, den Tod des Königs geheim zu halten, bis ihr Sohn in die Hauptstadt zurückkehren konnte, um Gefolgsleute um sich zu scharen. Als die Ankündigung schließlich gemacht wurde, war Afonso samt seinen Unterstützern anwesend und wurde prompt neuer Mani-Kongo.
Doch im Kongoreich war längst nicht alles eitel Sonnenschein. Afonsos Halbbruder Mpanzu stellte innerhalb einer Woche eine Armee auf (was beeindruckend schnell war, bedenkt man, dass das Kongoreich eine 4-Tage-Woche hatte) und marschierte in Richtung M’banza. Da er den christlichen Glauben ablehnte, wuchs die Zahl seiner Anhänger stetig unter all denen, die Nzambi á Mpungu verehrten, den Schöpfer, der ausschließlich außerhalb der physischen Welt existierte. Als Mpanzu versuchte, die Hauptstadt zu stürmen, griff laut Afonso Gott ein: Der heilige Jakobus und fünf "himmlische Reiter" erschienen am Himmel, sodass der heidnische Feind vom Schlachtfeld floh. Das Wunder, das in einem Brief von Afonso beschrieben wird, beendete jedwede Opposition gegen seine Herrschaft.
Anscheinend sorgte dieses Wunder außerdem dafür, dass Afonso alles daran setzte, sein Königreich auf den rechten Pfad zu führen, und so verbrachte er viel Zeit mit dem Versuch, das Kongoreich zum Katholizismus zu konvertieren. Er gründete die "Römisch-katholische Kirche Kongo"; die Kirchen und Schulen finanzierte er aus der königlichen Staatskasse, die hauptsächlich aus Steuern bestand, die er das Volk entrichten ließ. Im Jahr 1516 gab es in M'banza rund 1.000 Schüler, die Lesen, Schreiben und ein Leben als guter Katholik lernten. Afonso verbrachte außerdem viel Zeit mit dem Versuch, die religiösen Traditionen des Kongoreiches mit dem europäischen Christentum zu verschmelzen, was jedoch misslang. Er entsandte außerdem einige seiner Verwandten zum Studieren nach Europa, einschließlich seines Sohnes Henrique Kinu á Mvemba, der 1518 in Rom durch den Vatikan zum Bischof geweiht wurde.
Seine Bemühungen verdienten Afonso unter den Kirchenvätern den Spitznamen "Apostel des Kongo".
Auch wenn Afonso ein strenger Katholik war, so war er den Portugiesen doch weniger zugeneigt. Er war offensichtlich offen für Modernisierung, lehnte es jedoch ab, auf Verlangen das portugiesische Rechtssystem zu übernehmen und blockierte Gesetze, die es ermöglicht hätten, Land an portugiesische Schürfer zu verkaufen. Doch für die meisten Spannungen sorgte die Sklaverei. In einer Reihe von Briefen, die er ab 1526 schrieb, verurteilte Afonso die Brutalität der Portugiesen beim Aufbau des transatlantischen Sklavenhandels. Er drohte sogar damit, die Operationen der Sklavenhändler in den Gebieten, die unter seiner Kontrolle standen, vollständig zu unterbinden. Er machte den wachsenden portugiesischen Sklavenhandel in den südlichen Provinzen und die damit einhergehende Entvölkerung für die Destabilisierung seines Landes verantwortlich. Doch viele Mitglieder seines eigenen Adels profitierten vom Menschenhandel, und so war die einzige Einschränkung, die er erreichte, ein königliches Komitee, das den Status aller zum Verkauf stehenden Personen von "frei" bis zu den verschiedenen Graden der Versklavung festlegen sollte.
Dennoch unterzeichnete er 1515 das so genannte Regimento, durch das das Kongoreich portugiesische Staatsstrukturen übernahm, die Portugiesen, die im Reich lebten, extraterritoriale Rechte erhielten und der Verkauf "legitimer" Sklaven an portugiesische Händler erlaubt wurde. Mit portugiesischer Hilfe und in Zusammenarbeit mit portugiesischen Händlern baute Afonso die Hauptstadt mit Stein als Baumaterial neu auf. Mit portugiesischer Bewaffnung und dem Segen der katholischen Kirche weiteten seine Truppen das Reich nach Süden und Osten aus. Die kongolesische Krone kontrollierte außerdem den gesamten externen Handel, und Afonso erhöhte den Export von Elfenbein und Raphia-Fasern, um seine Taschen zu füllen und so all diese modernen Vorzüge bezahlen zu können.
Als das Ende Afonsos Leben näher rückte, versuchten mehrere seiner Nachkommen, sich für die Erbfolge in Stellung zu bringen. 1539 entging der gealterte König einem Mordanschlag, während er die Ostermesse besuchte, ein Plan, an dem mehrere portugiesische Einwohner des Landes beteiligt waren. 1543 verstarb Afonso friedlich. Sein Sohn Pedro I. trat das Erbe des Vaters an, wurde jedoch nach nur wenigen Jahren von Diogo I., einem der zahlreichen Enkel Afonsos, wieder gestürzt.
Strategie
Mvembas Kongo ist ein Land frappierender Gegensätze: eine religiöse Zivilisation ohne
Glaubensgenerierung oder Heilige Stätten und eine, die mitten im Regenwald zu einer riesigen [ICON_Citizen] Bevölkerung anwachsen kann.
Der Kongo wird anfangs versuchen, möglichst viel Regenwald bzw. Wälder anzuhäufen (was kein Problem sein sollte, wenn nicht gerade Brasilien in der Nähe ist). Mit einem M'banza (der vom Mittelalter an genügend
Wohnraum schafft) und
Nahrung aus diesen Regenwald- bzw. Wälder-Geländefeldern ist er in der Lage, schnell große Städte aus dem Boden schießen zu lassen. Mvemba wird auch die größte Religion im Spiel wählen und dem Großteil seiner Städte auferlegen, damit der Kongo sämtliche Glaubenssatzbonusse verdoppeln kann (ohne auch nur einen Punkt
Glauben generiert zu haben). Wenn doch
Glauben generiert wurde, können sie ihn verwenden, um Große Persönlichkeiten zu fördern, um ihre Nkisi-Zivilisationsfähigkeit zu stärken, die es ihnen bereits ermöglicht, zahlreiche Große Werke mit stark verbesserten Erträgen zu erschaffen. Die Kombination von Bonuserträgen aus Religion und Großen Werken machen sie zu einem Anwärter für jeglichen Siegtyp, auch wenn der
Kultursieg am naheliegendsten ist.
Nzinga Mbande
Wagt alles und seht, wohin das Schicksal Euch führt.
Nzinga Mbande spielte in der angolanischen Unabhängigkeitsbewegung und der frühen Kolonialgeschichte Afrikas eine wichtige Rolle. Dabei war es für sie nicht leicht, sich durchzusetzen und ein Reich zum Regieren zu erlangen. Sie wechselte zwischen verschiedenen Königreichen und spielte die europäischen Mächte gegeneinander aus.
Die Portugiesen erreichten das Königreich Kongo in den 1480ern und fanden eine Wahlmonarchie vor, die seit den 1300ern an der Macht war. Missionare etablierten dort Schulen und entwickelten im Kongo eine synkretistische Religionspraxis. Binnen eines Jahrzehnts wurde der König getauft. Mit der Sklaverei war es komplizierter. Die Kongolesen praktizierten sie bereits seit langer Zeit, indem sie Gefangene aus Kriegen und Überfällen in ihre Hauptstadt holten und zwangen, dort zu leben und zu arbeiten. Als die Portugiesen ihre Plantagen auf São Tomé etablierten, vereinbarte das Kongoreich ein Handelsabkommen, laut dem es die Insel exklusiv mit Gefangenen für die Sklavenarbeit versorgte. Mit der Zeit entstand eine unsichere Allianz zwischen Kongo und Portugal.
Doch die Portugiesen respektierten das Monopol Kongos auf den Sklavenhandel nicht. Daher forderte Afonso – Mvemba á Nzinga – die Beendigung des Abkommens. Es sollte beachtet werden, dass Mvemba weder die Abschaffung der Sklaverei wollte, noch gegen imperiale Aggression protestierte. Es ging ihm lediglich darum, dass die Portugiesen sich nicht an die Abmachung hielten. Aufgrund dieses Streitpunktes, begann Portugal Lager in benachbarten Königreichen zu etablieren, die nicht nur als Handelslager, sondern auch für Überfälle genutzt wurden.
Eine Generation später waren Gebiete an der kongolesischen Grenze, die einst von den Sklavenhändlern überfallen worden waren, zu möglichen Partnern geworden. Auch Ndongo gehörte dazu. 1590 befand sich das Königreich im Krieg gegen die Portugiesen und ihre kongolesischen Verbündeten und wurde gleichzeitig wiederholt von einer besonders stürmischen Söldnerbande angegriffen, den Imbangala. Als der Krieg nicht gut verlief, führte ein Adliger einen Staatsstreich durch und vertrieb viele Mitglieder des königlichen Hofes. Unter ihnen war auch Nzinga, die in das nahegelegene Königreich Matamba flüchtete. Doch das neue Oberhaupt von Ndongo konnte ihre politische Gewandtheit und ihre Beziehungen gebrauchen und beauftragte sie, mit den Portugiesen zu verhandeln.
Als Unterhändlerin brillierte Nzinga. Sie verstieß absichtlich gegen die portugiesischen Normen und weigerte sich, die untergeordnete Rolle einzunehmen, die man ihr zugewiesen hatte. Sie kleidete sich in prunkvoller Tracht und trat nicht als Untertanin, sondern als Königin auf. Als die Portugiesen von ihr verlangten, sich auf den Boden zu setzen, ließ sie ihre Dienerin die Position des Stuhls einnehmen. In Bezug auf ihre Taufe hielt sie die Portugiesen hin und nutzte sie bei Verhandlungen als Angebot. Schließlich gelang es ihr, Frieden zu schließen.
Doch der Frieden war nicht von Dauer. Die Imbangala wollten mehr Land und setzten die Kämpfe, Portugal und Ndongo zum Trotz, fort. Während der immer schlimmer werdenden Krise verstarb der König von Ndongo. Nzinga ergriff mit ihrem weitreichenden Netzwerk politischer und strategischer Allianzen die Macht. Die Portugiesen, die mit ihrem Temperament vertraut waren, verlangten jedoch von ihr, einem von ihnen ernannten Marionettenkönig Gehorsam zu schwören. Nzinga weigerte sich und flüchtete zu den Rebellen – ausgerechnet den Imbangala. Sie heiratete einen von ihnen und strukturierte ihre Streitmacht nun nach dem militaristischen Vorbild ihres neuen Volkes. Mit ihr fegte sie über das Gebiet hinweg und eroberte Matamba, jedoch nicht ganz Ndongo. Von dieser günstigen Position aus etablierte sie unabhängige Beziehungen mit niederländischen Händlern. Durch den Sklavenhandel mit ihnen sicherte sie ihre Finanzen und verbündete sich mit den Niederländern und Kongolesen gegen die Portugiesen.
Das Kämpfen nahm kein Ende. Die Portugiesen verdrängten die Niederländer, doch zur gleichen Zeit brach ein Krieg zwischen Portugal und Spanien aus. 1656 einigten sich die Parteien nach jahrelangem Konflikt auf einen Friedensvertrag, der Portugal große Küstenstreifen gewährte, während Nzinga das Monopol auf den Sklavenhandel bekam. Es vergingen viele Jahre, ehe wieder Europäer nach Gebieten im Landesinneren trachteten.
Im Nachhinein wird Nzinga als starke Gegenmacht zu den Portugiesen betrachtet, und so wurde sie vor allem in Abbildungen des Bürgerkriegs in Angola dargestellt.
Strategie
Für den Erfolg von Nzinga Mbande ist es entscheidend, auf ihrem Heimatkontinent zu bleiben.
Nzinga Mbande verfolgt das Ziel, Kongo zur vorherrschenden Macht auf ihrem Heimatkontinent zu machen. Sie erhält zusätzliche Erträge in ihrer Heimat, die zusammen mit ihrer Nkisi-Fähigkeit gute Voraussetzungen für einen Kultursieg schaffen. Die Ngao Mbeba helfen ihr, Zivilisationen zu erobern, die ihren Heimatkontinent betreten. Mit dem M'banza werden ihre Städte groß und wohlhabend.