Australien (Civ6): Unterschied zwischen den Versionen

Aus CivWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(John Curtin)
(John Curtin)
 
Zeile 65: Zeile 65:
 
Ziv_Religion =  [[Protestantismus (Civ6)|Protestantismus]]|
 
Ziv_Religion =  [[Protestantismus (Civ6)|Protestantismus]]|
 
Bild_3d = Civ6_Curtin_3D.jpg|
 
Bild_3d = Civ6_Curtin_3D.jpg|
Game = [[Datei:civ6leaderpass_logo.png|x20px]]|  
+
Game = Australien DLC|  
 
}}
 
}}
 
=== Premierminister von Australien (1941 - 1945) ===
 
=== Premierminister von Australien (1941 - 1945) ===

Aktuelle Version vom 29. Juni 2026, 19:07 Uhr

Wiki Begriffsklärung.png

Dieser Beitrag befasst sich mit Australien, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Australien.


Grün, Gelb

Australien
Civilization 6

Eigenschaft
Land Down Under
  • +3 [ICON_Housing] Wohnraum in Küstenstädten. Weiden lösen einen Kulturschock aus. Erträge von Campussen, Handelszentren, Heiligen Stätten und Theaterplätzen erhöhen sich um +1 auf Geländefeldern mit der Anziehungskraft 'Bezaubernd', oder um +3 auf Feldern mit der Anziehungskraft 'Atemberaubend'.
Anführer
John Curtin
Spezial
Spezialeinheit:
Digger
Spezialmodernisierung:

DLC


Civilopedia

Das von Aboriginal-Völkern, Kriminellen, Armen, Bush-Rangern und der sozialen Unterschicht besiedelte "Land Down Under" wurde erstmalig vor rund 45.000 Jahren vom Menschen erschlossen, nachdem es einigen Individuen gelungen war, von den indonesischen Inseln aus die nördliche Küste des Kontinents zu erreichen. Diese Jäger und Sammler entwickelten dort isoliert eine reichhaltige sprachliche und spirituelle Kultur. Alles änderte sich 1770 n. Chr., als James Cook die Küste entlang segelte und das gesamte Land für Großbritannien in Anspruch nahm. Captain Cook war nicht der Erste, der auf Australien gestoßen war - der Holländer Willem Janszoon und der Engländer William Dampier waren bereits früher dort gewesen - doch Cook witterte als Erster eine Gelegenheit in diesem entlegenen und gefährlichen Land.

Als die neu entstandene Nation Amerika sich weigerte, Bootsladungen englischer Häftlinge zu akzeptieren, die eigentlich in eine Strafkolonie überführt werden sollten, überdachten die englischen Behörden ihre Pläne. So befand man zu jener Zeit: "Was gäbe es für einen besseren Platz, um alle ungewollten Subjekte loszuwerden, als am anderen Ende der Welt?" Also verließ Commodore Arthur Phillip England mit der Ersten Flotte, die elf Schiffe umfasste (zwei Marineeskorten, sechs Sträflingstransporter und drei Versorgungsschiffe), in Richtung New South Wales. Phillip kam im Januar 1788 in Botany Bay an und sehr schnell zu dem Schluss, dass das Sumpfland dort ein eher ungesunder Ort für eine Kolonie sei. So verlegte er die Siedlung weiter nördlich in die Bucht von Port Jackson - heute besser bekannt als der Hafen von Sydney.

Die ersten Jahre waren hart für die kleine Grenzstadt Sydney. Die Klein- und Großkriminellen des späten 18. Jahrhunderts waren eben nun mal keine Bauern und es gab nur wenige Versorgungsschiffe. Zwischen 1788 und 1792 trafen weitere 3546 männliche und 766 weibliche Sträflinge ein - die meisten von ihnen zu krank oder ungeeignet für harte Arbeit. Als 1790 die Zweite Flotte eintraf, war über ein Viertel ihrer Passagiere auf der Reise gestorben und der Zustand der Ankömmlinge der Dritten Flotte schockierte selbst die der Ersten. Doch Phillip erwies sich als wahrlich besorgt um den Erfolg seiner Kolonie und das Wohlergeben der Kolonisten, obwohl die meisten von ihnen Sträflinge waren. Er entsandte Erkundungstrupps auf der Suche nach besserem Ackerland, begrüßte Handelsschiffe mit offenen Armen, förderte öffentliche Gesundheitsprogramme, errichtete mehrere kleine Satellitensiedlungen, um der Überfüllung entgegenzuwirken, und ignorierte viele der irrelevanten und nicht mehr zeitgemäßen Befehle aus England. Als Governor Phillip gegen Ende 1792 nach England zurückkehrte, war die Kolonie schließlich stabil genug, um Siedler aufzunehmen, die aus freien Stücken kamen.

Zunächst schenkten die Kolonisten den indigenen Einwohnern des Landes, die in einem zeitlosen magischen Reich der Traumzeit lebten, wenig Aufmerksamkeit. Im späten 18. Jahrhundert gab es rund eine Million Ureinwohner, die auf 300 Clans verteilt waren und 250 Sprachen mit etwa 700 Dialekten sprachen. Jeder Clan hatte eine spirituelle Verbindung mit einem besonderen Stück Land - einem Stück Wüste oder tropischen Regenwalds oder einem Berg. Laut den Aboriginal-Ureinwohnern haben ihre Totem-Geistvorfahren während der Traumzeit der Weltentstehung alle Aspekte des Lebens erschaffen und die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft.

Obgleich die Niederländer den westlichen Teil des Kontinents für sich beanspruchten, gründeten die Briten Siedlungen entlang der australischen Küsten mittels der nationalstaatlichen Praxis des passiv-aggressiven Widerstands. Van Diemen’s Land (mittlerweile Tasmanien) wurde 1803 besiedelt, ein Captain Bremer gründete 1824 die kurzlebige Kolonie Fort Dundas, im gleichen Jahr wurde an der Mündung des Brisbane River eine neue Strafkolonie errichtet und Major Lockyer errichtete 1826 eine Siedlung im King George Sound. Im selben Jahr noch beanspruchte Großbritannien den ganzen Kontinent für sich.

Die koloniale Bevölkerung wuchs immens, da immer mehr Menschen einwanderten, die wahlweise ein neues Leben beginnen oder schnell zu Geld kommen wollten. Ex-Soldaten und Sträflinge vertrieben den Yuggera-Clan und nahmen dessen Land in der Nähe des heutigen Brisbane in Besitz. Perth wurde 1829 von englischen Adelsleuten besiedelt. Landbesetzer segelten 1835 nach Port Phillip Bay, was zur Entstehung von Melbourne führte. Derweil gründete die von der britischen Krone lizenzierte South Australian Company Adelaide.

Laut den Daten des Historikers Lloyd Robson wurden innerhalb von achtzig Jahren (1788-1868) etwa 161.700 Sträflinge in die diversen australischen Kolonien verschifft. Rund zwei Drittel davon waren Diebe aus den florierenden überfüllten Industriestädten (vornehmlich aus den Midlands und dem Norden). Darüber hinaus brachten die immer häufiger eintreffenden Schiffe Händler und Spezialisten aus diversen Bereichen (Medizin, Religion, Recht, Technik) ins Land, die im "England am anderen Ende der Welt" dringend benötigt wurden.

Von den frühen 1820er Jahren an brachen immer mehr Landbesetzer auf, um auch das Land jenseits der bestehenden Siedlungen zu erschließen. Sie errichteten dort riesige Farmen für die Schafzucht und den Anbau von Weizen und Hafer. Bei den geringen Betriebskosten machten sie damit großen Profit und so folgten viele ihrem Beispiel. Die Wollproduktion wurde zu Australiens größtem - und gewinnbringendstem - Exportgeschäft (meist waren die Abnehmer englische Betriebe). Bis zum Jahr 1850 hatten um die 200 Landbesetzer mehr als 300.000 Quadratkilometer eingenommen und stellten somit einen mächtigen und "respektablen" Teil der australischen Gesellschaft.

Inzwischen hatte die vom britischen Kolonialamt ausgestellte 'Proclamation of Governor Burke' den australischen Kontinent zur 'Terra Nullius' (oder 'Niemandsland') erklärt. Da Australien somit keiner Nation bzw. keinem Volk aus der Krone gehörte, unterdrückten die Briten jede Chance auf Verträge mit den Aboriginal-Clans. Angesichts der von den Europäern eingeschleppten Krankheiten war dieser Rechtstrick jedoch noch das kleinere Übel, denn die Ureinwohner wurden von Pocken, Grippe, Masern, Keuchhusten und Tuberkulose dahingerafft. Kurz nachdem die Kolonie in Sydney errichtet worden war, kam die halbe Aboriginal-Bevölkerung in der Gegend um. Was nicht heißen soll, dass die Kolonisten nicht auch aktiv dafür sorgten, dass die Ureinwohner starben - Kriege wie der Hawkesbury War (1795-1816), Pemulwuy’s War (1795-1802), Tedbury’s War (1808-1809) und Nepean War (1814-1816) gaben den Ton zwischen den Europäern und den indigenen Einwohnern Australiens an.

Als 1851 in New South Wales und im Zentrum von Victoria Gold gefunden wurde, zog es ganze Massen in die Gegend und die Bevölkerung explodierte noch drastischer als beim kalifornischen Goldrausch 1848. Ganze Bootsladungen junger Männer (und auch ein paar abenteuerlustiger junger Damen) trafen aus China ein. Neben Goldsuchern aus Kalifornien, Irland, Großbritannien und Indien, gesellte sich auch eine wilde Mischung aus Unterhaltungskünstlern, Gaunern, Gammlern, Quacksalbern, Glücksspielern und Gastwirten zu ihnen. Die Kolonie von Victoria wuchs in Rekordzeit von belanglosen 76.000 im Jahr 1850 auf sage und schreibe 530.000 im Jahr 1859 an. Die Regierung versuchte mittels Lizenzvergaben und schwerbewaffneten Truppen für Ordnung zu sorgen, doch dies führte schnell zu Gewalt und schließlich 1854 zum Kampf bei Ballarat, bei dem 30 Goldgräber umkamen und viele weitere verletzt wurden. Wenige Monate später wurden im königlichen Auftrag grundlegende Reformen zur Verwaltung der expandierenden Goldfelder durchgeführt, darunter die Abschaffung der Lizenzen, die Umstrukturierung des Polizeiapparats und die Vergabe von Stimmrechten für Goldgräber.

Trotz des Blutvergießens auf den Goldfeldern und im Outback brachte der Wohlstand durch Gold und Wolle Investitionen und Zivilisation nach Melbourne, Victoria und Sydney. Bereits in den 1880er Jahren waren alle drei moderne, kultivierte Grenzstädte, in denen es eher die Ausnahme war, dass Leute auf offener Straße erschossen wurden. Die meisten Menschen, die zu dieser Zeit auf dem Kontinent lebten, waren bereits in Australien geboren worden und fühlten sich als Australier. In der nationalen Literatur- und Kunstszene entwickelten sich spezielle australische Stile. Bei all dem Fortschritt und den kulturellen Errungenschaften war es nur eine Frage der Zeit, dass die australischen Kolonisten sich mehr Autonomie vom fernen England wünschten.

1890 trafen sich Vertreter von sechs Kolonien (und anfangs auch einige Neuseeländer) in Melbourne. Sie forderten die Kolonien auf, sich zusammenzuschließen und Delegierte für eine Versammlung zur Erarbeitung einer Verfassung zu wählen. Bereits im nächsten Jahr wurde die "National Australian Convention" in Sydney ausgerufen und unter vielen Debatten wurde der Entwurf einer Verfassung verabschiedet. Trotz der Meinungsverschiedenheiten reisten im März 1900 australische Abgeordnete mit einer Verfassungsvorlage nach London. Diese wurde im Juli vom Parlament angenommen und kurz darauf von Queen Victoria unterzeichnet. Ein britischer Lord wurde nach Australien geschickt, um eine Übergangsregierung einzusetzen, die Bildung eines Gemeinwesens zu beaufsichtigen und die ersten Wahlen abzuhalten. So entstand am 1. Januar 1901 das Commonwealth of Australia.

Trotz verheerender Dürren und einer Kaninchenplage, die einen Großteil des australischen Ackerlands verwüstete, gedieh das neue Land prächtig und führte eine stille Existenz. Das australische Parlament verabschiedete Gesetze (von denen manche wie der Immigration Restriction Act von 1901 etwas dubios waren), die Nation stellte aus den Überresten der kolonialen Truppen eine Armee und Marine auf und Australien selbst versuchte sich als Kolonialherr, als British New Guinea im Jahr 1906 zum von Australien verwalteten Territorium von Papua wurde. Alles verlief relativ friedlich - bis die Nation in einen Weltkrieg verwickelt wurde.

Fast ein Zehntel der Gesamtbevölkerung von 4,9 Millionen Australiern meldete sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zum Militärdienst. Im Laufe des Krieges fanden mehr als 60.000 bei Gallipoli, an der Westfront oder im Mittleren Osten den Tod. Später nahmen australische Abgeordnete an der Friedenskonferenz von Versailles teil und unterzeichneten den daraus resultierenden internationalen Vertrag, das erste Mal für Australien. Die Nation übernahm auch einen Sitz im Völkerbund und erhielt als Kriegsentschädigung einige deutsche Kolonien - Deutsch-Neuguinea, den Bismarck-Archipel und das winzige Nauru.

Die 1920er brachten Arbeiteraufstände, steigende Modernisierung, die Große Depression und verschiedene politische Krisen. In den 1930ern wuchsen zudem die internationalen Spannungen, besonders seit der zunehmenden Expansion der Japaner im Südpazifik, die sowohl die Liberalen als auch die Labour Party dazu bewog, die Erhöhung des Verteidigungsetats 1937 zum Wahlkampfthema zu machen. Die betonte Kooperation der Regierung mit Großbritannien zu Zwecken der "imperialen Verteidigung" führte Australien im September 1939 unausweichlich in einen weiteren Weltkrieg. Die australischen Einheiten kämpften tapfer im Mittelmeerraum und auf See, standen jedoch zwei Jahre später vor einer akuteren Bedrohung, als die Kaiserlich-Japanische Armee große Teile des Pazifiks, Südost-Asien, Indonesien und die Philippinen angriff. Im Februar 1942 erfolgte ein verheerender Luftschlag auf den Hafen von Darwin - der erste von über 100 auf australischem Boden.

Inspiriert von Premierminister Curtin kämpfte Australien an zahlreichen Fronten ... vor allem in den Dschungeln Neuguineas im Norden, dem Trittbrett für jede japanische Invasion. An der Heimatfront bereitete die Curtin-Regierung die Bevölkerung auf einen totalen Krieg vor, führte Rationen ein, nahm Flüchtlinge auf, ließ Produktionswerke und Werften errichten und rief alle zum Durchhalten auf. Bis zum Ende der Kämpfe hatte Australien 27.000 Soldaten, Piloten und Matrosen verloren.

Nach dem Krieg boomte Australiens Wirtschaft aufgrund eines florierenden Exportgeschäfts und eines großangelegten, von der Regierung gesponserten europäischen Zuwanderungsprogramms. Die Bevölkerungszahlen in den Vorstädten schossen in die Höhe, es gab einen "neuen Nationalismus" der Künste, die Aboriginal-Völker erhielten Bürgerrechte und aus dem Kräftemessen des Kalten Krieges hielten die Australier sich größtenteils heraus. Das 21. Jahrhundert verspricht den Australiern noch bessere Dinge.

John Curtin

John Curtin

John Curtin
1885 - 1945

Einzigartige Fähigkeit
Festung der Zivilisation
  • +100% Produktion Produktion, wenn Ihr entweder in den letzten 10 Runden eine Kriegserklärung erhaltet, oder in den letzten 20 Runden eine Stadt befreit habt.
Zivilisationen & Spezialeinheit
Australien symbol civ6 inv.png
Agenda
Immer auf der Hut
  • Mag Zivilisationen, die Städte befreien. Mag keine Zivilisationen, die im Krieg gegnerische Städte besetzen..
Religion
Protestantismus
Diplomatiebildschirm
John Curtin im 3D-Diplomatiebildschirm

John Curtin im 3D-Diplomatiebildschirm

Australien DLC


Premierminister von Australien (1941 - 1945)

Ich glaube, dass es in Australien heute eine intensive Liebe zum Land gibt, die größeren Ausdruck findet als jemals zuvor in einer vorherigen Epoche der australischen Geschichte.

Das Leben von John Joseph Curtin könnte als Triumph des Gewöhnlichen gelten - zumindest falls man einen politischen Aktivisten, Parteiführer und Premierminister als gewöhnliche Person versteht. Er wurde von politischen Verbündeten und Gegnern gleichermaßen geschätzt, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen war, dass er Australien durch das Chaos des Zweiten Weltkriegs leitete, trotz der größten Bedrohung, die das noch junge Land bisher erlebt hatte.

John wurde im Januar 1885 als Sohn der irischen Einwanderer John und Catherine Curtin in Creswick, Victoria geboren. John Senior arbeitete als Gefängniswärter im Pentridge Prison, als Soldat und als Polizist in Creswick, danach als Manager bei verschiedenen Hotels in Melbourne, Dromana, Macedon und anderswo. Schließlich landete die Familie ziemlich verarmt in Brunswick. Durch die vielen Umzüge hatte John Junior nur eine sporadische Schulbildung genossen, vornehmlich an katholischen Schulen. Mit 13 Jahren verließ er die Schule, um zum Familieneinkommen beizutragen, und nahm einen Job als Copy-Boy beim Zeitungsverlag 'Age' in Creswick an. Danach arbeitete er als Büroassistent beim 'Rambler' und in einer Keramikwerkstatt. Im September 1903 ergatterte der junge John schließlich zum fürstlichen Gehalt von zwei Pfund pro Woche eine Anstellung bei der Titan Manufacturing Company. Dies bescherte ihm etwas freie Zeit, die er in der öffentlichen Bibliothek verbrachte, um dort "seriöse" Bücher und Abhandlungen über Politik zu verschlingen.

Bereits im Jahr 1911 war John Sekretär der Timberworkers’ Union, äußerst belesen, hatte seinen katholischen Glauben abgelegt, sich der örtlichen Arbeiterbewegung angeschlossen und war der Victorian Socialist Party beigetreten, hatte sich einen Ruf als "Arbeiterjungen-Redner" erworben, verfasste Artikel für radikale und sozialistische Zeitungen und spielte im Brunswick Football Club. 1917 heiratete er Elsie Needham, die Schwester des Labour-Senators Ted Needham, und zog in die Nähe von Perth, um Redakteur für den 'Westralian Worker' zu werden. Er muss seinen Job in Western Australia recht gut gemacht haben, denn kurz darauf wurde er zum Präsidenten der australischen Journalistenvereinigung gewählt. Zuvor war er allerdings angeklagt worden, keinen Dienst im Ersten Weltkrieg geleistet zu haben, wurde daraufhin in Abwesenheit zu drei Monaten Haft verurteilt, und verbrachte schließlich drei Tage im Gefängnis.

Nachdem er 1924 als australischer Delegierter an der jährlichen Konferenz der International Labour Organization in Genf teilgenommen hatte, gelang es dem "Red-Ragger" (australischer Slang für Kommunist) 1928 und 1929, ein Mandat im Repräsentantenhaus für den Wahlkreis Fremantle zu gewinnen. Es gab wohl nur wenige Parlamentsabgeordnete mit mehr Graswurzelerfahrung aus der Arbeiterklasse, doch zu seiner Enttäuschung wurde Curtin nicht zum Minister im Kabinett von James Scullin ernannt. Frustriert und verbittert wandte sich Curtin dem Alkohol zu und zog einen Rückzug aus der Politik in Erwägung.

Als der viel gescholtene Scullin jedoch 1935 als Vorsitzender der Labour Party zurücktrat, beschloss Curtin, an seiner Stelle für den Parteivorsitz zu kandidieren. Sein Kontrahent war Frank Forde, der allerdings mit der desaströsen Wirtschaftspolitik des Scullin-Kabinetts in Verbindung gebracht wurde. Also unterstützten die Linken und Gewerkschafter den noch unerfahrenen Curtin - unter der Voraussetzung, dass er sich vom Alkohol fernhielt. Er schlug Forde mit nur einer Stimme und wurde somit sowohl Vorsitzender der Labour Party als auch der parlamentarischen Opposition in Australien.

Curtin bereicherte die geschwächte Partei mit der ihm eigenen Energie, besuchte regelmäßig die lokalen Parteizentralen des Staates und laut politischen Experten gelang es ihm mit seiner "stillen Beharrlichkeit und eindringlichen Klarheit", der Labour Party wieder zu einem Aufschwung zu verhelfen. Während die Partei Gewinne einfuhr, durchkreuzte der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jedermanns Pläne. Nach Großbritanniens Kriegserklärung an Deutschland verkündete der gefeierte australische Premierminister Robert Menzies prompt, dass sein Land die Kriegsbestrebungen des Commonwealth unterstützen würde. Zu seinem Leidwesen zog seine eigene Partei das Unterstützungsangebot wieder zurück, als er gerade in England war, und Menzies musste zurücktreten.

Da das immer lauter werdende Säbelrasseln Japans den Australiern zunehmend Sorgen machte, wählte das Parlament Curtin zum Premierminister - zumindest blieb er nach einer Reihe von Fehlstarts und ungeeigneten Kandidaten als beste (obgleich unerprobte) Wahl übrig. Curtin leistete im Oktober 1941 seinen Eid, im Alter von 56 Jahren ... und wurde bereits im Dezember mit einer erneuten Offensive der japanischen Marine im Pazifik konfrontiert.

Die Zerstörung der letzten beiden britischen Kriegsschiffe im Südpazifik, der Fall von Singapur und japanische Luftschläge auf Nord-Australien führten zu einer großen Furcht vor einer Invasion. Curtin knüpfte daher vermehrt Bande zwischen Australien und den Vereinigten Staaten, genehmigte den Einsatz von Soldaten außerhalb Australiens und bestätigte Australiens Status als selbstständiges Land für mehr Unabhängigkeit von Großbritannien. Die Labour Party war zwar gegen viele Entscheidungen seiner Regierung, doch Curtins progressive Sozialreformen stießen außer bei den ganz Radikalen allgemein auf Zustimmung - Arbeit für jeden, der Arbeit wollte, Sozialleistungen für die Arbeitsunfähigen und umfassendere Rechte für Aboriginal-Völker.

Vier Kriegsjahre lang manövrierte sich Curtin durch die Sandbänke der öffentlichen Stimmung, militärische Niederlagen und Siege, sowie der Kooperation mit ungeduldigen Bündnispartnern. Er schlug sich dabei brillant, jedoch litt seine Gesundheit erheblich. Im April 1945, als der Krieg seinem blutigen Ende entgegenging, spielte seine Lunge nicht mehr mit. Nach einem wochenlangen Krankenhausaufenthalt bestand Curtin darauf, wieder die Arbeit aufzunehmen. Er starb im Juli, sechs Wochen vor Ende des Zweiten Weltkriegs.

Strategie

Australien beurteilt die Karte mit viel Weitsicht und sucht nach Gebieten mit großer Anziehungskraft und offenem Gelände für Vieh. Das Siedeln in Bereichen, die für andere nicht attraktiv sind, ermöglicht den Aufbau einer starken Zivilisation, die sogar noch stärker wird, wenn John Curtin sie in Verteidigungs- und Befreiungskriege führt.

Australien liebt die Küsten. Die Ansiedlung dort bietet jede Menge Wohnraum und Anziehungskraft auf den Geländefeldern, was in Bonuserträge für Bezirke umgewandelt werden kann. Von diesen Küstenstädten aus erfolgt die Verbreitung in die Teile des Inlands, in denen Viehbestände vorhanden sind. Der Einsatz der Weiden-Kulturschock-Fähigkeit bei diesen Ressourcen ermöglicht die Erlangung des notwendigen Raums für angrenzende Outback-Stationen. Auf dem Gebiet der Diplomatie machen die Fähigkeiten von John Curtin Australien zur perfekt aufgestellten politischen Kraft. Australien mag keine aggressiven Zivilisationen und entsendet seine Einheiten, insbesondere seine vertrauenswürdigen Digger, um Invasoren zurückzuschlagen und nach Möglichkeit Städte zu befreien.