Griechenland (Civ6): Unterschied zwischen den Versionen
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| + | '''Eine Stadt ist gut gesichert, wenn sie Mauern aus Männern anstatt aus Stein hat.''' | ||
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| + | Das vielleicht Bemerkenswerteste an Gorgo, Tochter eines spartanischen Königs, Frau eines spartanischen Königs und Mutter eines spartanischen Königs, ist die Tatsache, dass wir überhaupt von ihr wissen, wenn man bedenkt, dass Frauen in der klassischen griechischen Geschichte nahezu vollständig unerwähnt sind. Selbst Königinnen werden in den Arbeiten von Herodot, Xenophon und Thukydides kaum erwähnt, was nicht weiter verwundert, da die meisten der alten griechischen Historiker Athener waren, und unter Athenern galt, dass Frauen in der Öffentlichkeit nicht gesehen werden sollten - geschweige denn angehört. Wie Perikles in einer seiner Reden gesagt haben soll: "Die beste Frau ist die, die am wenigsten spricht, ganz gleich, ob lobend oder kritisierend." Von diesem Standpunkt aus war Gorgo eine verblüffende Erscheinung. | ||
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| + | Gorgo wurde als einziges Kind von Kleomenes I., König von Sparta aus dem Haus der Agiaden, um das Jahr 513 v. Chr. herum geboren. Neben seiner eisernen Herrschaft über Sparta verfolgte Kleomenes eine oft skrupellose Außenpolitik, im Rahmen derer er Argos besiegte, sich in Athener Angelegenheiten einmischte und dabei half, den Peloponnesischen Bund zu schmieden. Gorgo lernte viel von ihrem reizenden Vater. Über ihre Kindheit ist nahezu nichts bekannt. Sie sah vermutlich recht unscheinbar aus (ansonsten gäbe es mit Sicherheit "historische" Überlieferungen von ihrer "Schönheit"), war allerdings intelligent. So riet sie ihrem Vater zum Beispiel, Aristagoras von Milet nicht zu vertrauen, der Unterstützung für einen ionischen Aufstand gegen die Perser suchte. Ohne Zweifel wurde sie wie alle spartanischen Mädchen von adliger Abstammung erzogen und ausgebildet: Lesen und Schreiben, Mathematik, Singen und Tanzen, Reiten ohne Sattel, Streitwagen fahren, und anstrengende, tägliche Ertüchtigung (einschließlich Ringen und Turnen). | ||
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| + | Ganz gleich, was sie sonst für Eigenschaften gehabt haben mag, Gorgo war der Inbegriff einer spartanischen Frau: selbstsicher und unverblümt. Weder eitel, noch materialistisch, wenn man Herodots Überlieferungen Glauben schenken mag (was mit Vorsicht zu tun ist, da er eher Hörensagen als Tatsachen zugeneigt war), begegnete sie Affektiertheit mit typisch spartanischer Verachtung. So dachte sie über einen Besucher am Hof, dass dieser keine Hände haben müsse, da er sich von Sklaven ankleiden ließ. Eine andere Geschichte erzählt davon, wie Gorgo einem elegant gekleideten Besucher vorwarf, nicht einmal eine weibliche Rolle unter den Frauen Spartas einnehmen zu können. | ||
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| + | Anscheinend war Gogo im Jahr 490 v. Chr., in dem ihr Vater starb, mit ihrem Halbonkel Leonidas I. verheiratet. Sparta war in der einzigartigen Situation, von zwei Königen gleichzeitig regiert zu werden. Auch wenn beide technisch gesehen die gleiche Macht hatten, gelang es Gorgo, den Stand von Leonidas, als dieser den Thron der Dynastie der Agiaden von Kleomenes I. erbte, über den von Leotychidas II. zu erheben, und verhalf ihm so zu mehr Einfluss und Entscheidungsgewalt. Als Königin über einen militärisch geprägten Stadtstaat konnte sie Sparta dank ihrer Intelligenz mehrfach überaus gut dienen. Vor der persischen Invasion von Griechenland im Jahr 480 v. Chr., sandte der im Exil lebende Damaratos eine Warnung über Xerxes' Pläne. Um die Nachricht zu verbergen, ließ er sie in ein Stück Holz schneiden und mit Wachs überziehen. Weder die Könige noch die fünf Ephoren - Berater des Königs, die vom Volk gewählt wurden - konnten mit der blanken Tafel etwas anfangen, bis Gorgo Leonidas anwies, das Wachs vom Holz zu entfernen. In den Überlieferungen finden sich zahlreiche Stellen, die davon berichten, wie sie im Rat anwesend war, um den Königen oder der Versammlung beratend zur Seite zu stehen. | ||
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| + | Es ist nicht bekannt, ob die stolze Königin Leonidas mehr als ein Kind gebar - ihren Sohn Pleistarchos - doch bedenkt man den Zeitpunkt, zu dem Leonidas in die Schlacht bei den Thermopylen zog, in der er starb, ist es verständlich, wenn nicht. Und während andere Königinnen Spartas des Ehebruchs bezichtigt wurden, wie etwa Helena, heißt es wiederholt, Gorgo habe sich unerwünschten Avancen stets verweigert. Allerdings wird sie auch mit den Worten zitiert, nur spartanische Frauen brächten wahre Männer hervor, also war möglicherweise niemand sonst in ihren Augen würdig. Dem späteren Historiker Plutarch zufolge fragte Gorgo ihren Ehemann, wohlwissend um dessen unvermeidlichen Tod, als die 300 Spartaner Richtung Norden marschierten, was dieser sie zu tun wünschte. Darauf soll Leonidas gesagt haben: "Heirate einen guten Mann und gebäre gute Kinder." Es gibt keine Überlieferung, dass sie diesem Rat folgte. | ||
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| + | Es ist wahrscheinlich, dass Gorgo sowohl vor als auch nach der persischen Invasion durch Griechenland reiste, um Leonidas zu helfen, die griechischen Stadtstaaten zu einer gemeinsamen Verteidigung zu einen. Nahezu die gesamte Herrschaft Leonidas' war geprägt von den Bemühungen, eine Koalition zu schmieden, vor allem eine Allianz mit Athen, der führenden Seemacht. In Athen muss Gorgo eine wahre Sensation gewesen sein, schließlich wurde es dort als Skandal angesehen, wenn eine Frau sich in der Öffentlichkeit zeigte, ganz gleich ob verheiratet oder nicht. Und Gorgo lenkte einen Streitwagen durch die Straßen. Doch noch skandalöser muss es gewesen sein, dass sie dabei die für Frauen traditionelle spartanische Bekleidung trug: ein kurzes, dünnes Hemd und eine Tunika, die Arme und Beine frei ließen. Die Frauen Athens hingegen trugen Kleidung aus schwerem Stoff, die bis auf Gesicht, Hände und Füße den gesamten Körper verhüllten. Die Frauen Spartas genossen zuhause einen Status und einen Respekt, wie es für die Angehörigen ihres Geschlechts im restlichen Griechenland absolut unbekannt war, und ganz ohne Zweifel nutzten Leonidas und Gorgo diese Tatsache durch das entstehende Wechselbad von Schock und Charme in ihren Verhandlungen aus. | ||
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| + | Nach dem Tod der 300 bei den Thermopylen wurde Gorgos Sohn König, wobei zuerst sein Onkel und dann sein Cousin die Regentschaft an seiner statt ausführten, bis Pleistarchos im Jahr 478 v. Chr. selbst den Thron bestieg. Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass Gorgo ihm und den Ephoren während des restlichen Kriegs gegen die Perser weiterhin ratend zur Seite stand, verschwindet sie zu dieser Zeit aus den Überlieferungen griechischer Historiker. Es gibt keine Aufzeichnung über ihren Tod. | ||
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| + | === Strategie === | ||
| + | Wer sonst könnte den bürokratischen Teil des Lebens meistern, wenn nicht die Griechen? Als Spartaner kann Gorgo die Macht und Flexibilität des bürokratischen Systems nutzen, um auf jegliche Art und Weise siegreich zu sein. | ||
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| + | Griechenland bestimmt das Spiel schon früh durch {{6kult}} Kultur. Mit Gorgo zieht es in den Krieg und erhält [ICON_Culture] Kultur durch Eliminierungen oder durch die Errichtung einer Akropolis auf einem Hügel direkt inmitten ihrer Stadtbezirke und Wunder. In Verbindung mit einem kostenlosen Joker-Platz stellt Griechenland die Regierungssupermacht im Spiel dar. Durch Erforschung der Ausrichtungen, die die Siegstrategie fördern, stehen verschiedene politische Optionen zur Verfügung, die unterwegs hilfreich sein werden. Das Regierungssystem ist flexibel, um jeden beliebigen Siegespfad zu unterstützen, auch wenn ein Kultursieg für Griechenland am einfachsten sein wird. | ||
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Version vom 15. Juni 2026, 19:50 Uhr
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Dieser Beitrag befasst sich mit Griechenland, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Griechenland. |
| Eigenschaft | ||
|---|---|---|
Platos Republik
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| Anführer | ||
| Perikles und Gorgo | ||
| Spezial | ||
| Spezialeinheit: | ||
| Spezialbezirk: | ||
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Grundspiel | ||
Civilopedia
Die Zeit nach dem Zusammenbruch der mykenischen Kultur in Griechenland (etwa 1200 v.Chr.) war von den Völkerwanderungen der Barbaren in Richtung Norden geprägt, die in der Gründung mehrerer Stadtstaaten - zum Beispiel Sparta und Athen - und der griechischen Kolonisierung entlang der Küstengebiete des Mittelmeers resultierten. Historisch gesehen traten die Griechen in den darauf folgenden Jahrhunderten vor allem durch ihre Streitigkeiten mit benachbarten Völkern wegen der Vorrechte an den spärlichen Ressourcen in Erscheinung. Diese Periode kennzeichnete aber auch die Anfänge der Philosophie und der Wissenschaft. In jener Zeit verfasste Homer seine großen Epen (Ilias und Odyssee). Die Hellenen waren über mehrere Stadtstaaten in relativ armen, kargen Gegenden des Hinterlandes verstreut, umso überraschender scheint es, dass sie sich im intellektuellen Bereich gegen die weit überlegenen Zivilisationen am Yangtze, an Euphrat und Tigris sowie im Niltal behaupten konnten.
Die Perserkriege (492-449 v.Chr.), ausgelöst durch eine Revolte der griechischen Kolonisten in Kleinasien, katapultierten die Griechen endgültig ins Rampenlicht der Weltgeschichte. Als Athen und Eretrea zur Unterstützung der Revolte eine kleine Flotte aussandten, befahl der persische Kaiser zwei Invasionsmärsche auf das griechische Festland. 490 v.Chr. landete eine von Dareios I. (522-486 v.Chr.) geführte persische Armee erfolgreich in der Marathon-Ebene - am Ende errangen aber die von den Athenern angeführten Griechen mit Unterstützung der Spartaner den entscheidenden Sieg. Eine zweite, größere Invasion, die von den Spartanern und Thespiern bei den Thermopylen (481 v.Chr.) abgewehrt wurde, endete bei Salamis ebenfalls mit einer vernichtenden Niederlage der persischen Flotte. In den nächsten 30 Jahren gab es immer wieder sporadische Gefechte zwischen den griechischen Bündnissen und Persien, bis den Feindseligkeiten 449 v.Chr. durch das Friedensabkommen von Callas ein Ende gesetzt wurde. Dieser überraschende Triumph der Griechen sicherte den Fortbestand der griechischen Kultur und politischen Strukturen.
Vermehrte Spannungen zwischen Athen und Sparta führten bald darauf zu den Peleponnesischen Kriegen (431-404 v.Chr.): Die athenische Liga hatte mittlerweile einen Großteil der Insel- und Küstenstaaten entlang der Ägäis hinter sich, während Sparta die führende Kraft in einem Bündnis unabhängiger Städte mit den stärksten Landstreitkräften der Halbinsel darstellte. 404 v.Chr. musste Athen kapitulieren. Die Verwüstung der Stadt war der vielleicht größte Verlust dieser Kriege und machte die griechische Einigung zunichte.
Zu dieser Zeit hatte sich im Norden Griechenlands eine neue Macht gebildet: 353 v.Chr. hatte Philipp II. die Vorherrschaft im deutlich gewachsenen Makedonien erlangt. Er perfektionierte die von den Sumerern und Ägyptern der Antike bekannten Phalanx-Taktiken, indem er die Hopliten nun in dicht beieinander stehenden Blockformationen aus acht oder sogar 16 Reihen vorrücken ließ, wodurch sie zwar an Flexibilität einbüßten, dafür aber maximalen Schutz und Schlagkraft gewährleisteten. Nach der Ermordung seines Vaters im Jahre 336 v.Chr. trat Alexander (336-323 v.Chr.) dessen Nachfolge an. Er war gut vorbereitet: Von Aristoteles erzogen und ausgebildet, hatte er als Stellvertreter seines Vaters in Makedonien 340 v.Chr. die Meder besiegt. Nur zwei Jahre später war er als Kommandant des linken Flügels an der Schlacht bei Chaironeia beteiligt, in der Philipp über den griechischen Staatenbund triumphierte und damit faktisch ganz Griechenland unterwarf. Mit den Soldaten seines Vaters unterwarf Alexander schließlich das Perserreich und brach zu einem der größten Feldzüge der Weltgeschichte auf. Zehn Jahre und tausende Kilometer später hatte Alexander das Perserreich zerstört und ein Reich geschaffen, das sich von Mazedonien bis an die Grenzen Indiens erstreckte. Als Alexander mit nur 33 Jahren starb, hatte er die großen Wirtschaftszentren nach Westen verlagert, den mittleren Osten hellenisiert und ein riesiges Reich von Gibraltar bis zum Punjab erschaffen, das Handelsaktivitäten und Kulturaustausch ermöglichte.
Während des 40-jährigen Interregnums nach Alexanders Tod zerfielen die Provinzen in unabhängige Königreiche, deren Herrscher - einstige Generäle Alexanders - ihre Thronansprüche durch Waffengewalt und Intrigen sicherten, aber nicht in der Lage waren, sich gegen eine neue Militärmacht zu verbünden. So gelang es den Römern, um 350 v.Chr. in die westlichsten griechischen Siedlungen vorzudringen und einen 200 Jahre andauernden Eroberungsfeldzug in der hellenistischen Welt zu führen, die einst von Alexander geschaffen worden war. Nach der Niederlage Kleopatras und Mark Antons besetzten die octavianischen Truppen Ägypten - damit fiel auch das letzte hellenistische Königreich an Rom. In den nächsten 2000 Jahren war Griechenland Teil des Römischen, dann des Byzantinischen und schließlich des Ottomanenreiches. Nach einem von Großbritannien, Russland und Frankreich unterstützten Volksaufstand wurde ihm erst im Jahre 1832 der Status eines unabhängigen Staates zuerkannt. Griechenland kämpfte in beiden Weltkriegen auf Seiten der Alliierten und wurde während des 2. Weltkriegs von deutschen Truppen besetzt. Nach dem 2. Weltkrieg brach ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und der konservativen Regierung aus, den Letztere schließlich für sich entscheiden konnte. Bis heute hat das demokratische Griechenland als Mitglied der Europäischen Union für Touristen aus aller Welt nichts von seiner Anziehungskraft verloren.
Perikles
Gorgo
Königin von Sparta
Eine Stadt ist gut gesichert, wenn sie Mauern aus Männern anstatt aus Stein hat.
Das vielleicht Bemerkenswerteste an Gorgo, Tochter eines spartanischen Königs, Frau eines spartanischen Königs und Mutter eines spartanischen Königs, ist die Tatsache, dass wir überhaupt von ihr wissen, wenn man bedenkt, dass Frauen in der klassischen griechischen Geschichte nahezu vollständig unerwähnt sind. Selbst Königinnen werden in den Arbeiten von Herodot, Xenophon und Thukydides kaum erwähnt, was nicht weiter verwundert, da die meisten der alten griechischen Historiker Athener waren, und unter Athenern galt, dass Frauen in der Öffentlichkeit nicht gesehen werden sollten - geschweige denn angehört. Wie Perikles in einer seiner Reden gesagt haben soll: "Die beste Frau ist die, die am wenigsten spricht, ganz gleich, ob lobend oder kritisierend." Von diesem Standpunkt aus war Gorgo eine verblüffende Erscheinung.
Gorgo wurde als einziges Kind von Kleomenes I., König von Sparta aus dem Haus der Agiaden, um das Jahr 513 v. Chr. herum geboren. Neben seiner eisernen Herrschaft über Sparta verfolgte Kleomenes eine oft skrupellose Außenpolitik, im Rahmen derer er Argos besiegte, sich in Athener Angelegenheiten einmischte und dabei half, den Peloponnesischen Bund zu schmieden. Gorgo lernte viel von ihrem reizenden Vater. Über ihre Kindheit ist nahezu nichts bekannt. Sie sah vermutlich recht unscheinbar aus (ansonsten gäbe es mit Sicherheit "historische" Überlieferungen von ihrer "Schönheit"), war allerdings intelligent. So riet sie ihrem Vater zum Beispiel, Aristagoras von Milet nicht zu vertrauen, der Unterstützung für einen ionischen Aufstand gegen die Perser suchte. Ohne Zweifel wurde sie wie alle spartanischen Mädchen von adliger Abstammung erzogen und ausgebildet: Lesen und Schreiben, Mathematik, Singen und Tanzen, Reiten ohne Sattel, Streitwagen fahren, und anstrengende, tägliche Ertüchtigung (einschließlich Ringen und Turnen).
Ganz gleich, was sie sonst für Eigenschaften gehabt haben mag, Gorgo war der Inbegriff einer spartanischen Frau: selbstsicher und unverblümt. Weder eitel, noch materialistisch, wenn man Herodots Überlieferungen Glauben schenken mag (was mit Vorsicht zu tun ist, da er eher Hörensagen als Tatsachen zugeneigt war), begegnete sie Affektiertheit mit typisch spartanischer Verachtung. So dachte sie über einen Besucher am Hof, dass dieser keine Hände haben müsse, da er sich von Sklaven ankleiden ließ. Eine andere Geschichte erzählt davon, wie Gorgo einem elegant gekleideten Besucher vorwarf, nicht einmal eine weibliche Rolle unter den Frauen Spartas einnehmen zu können.
Anscheinend war Gogo im Jahr 490 v. Chr., in dem ihr Vater starb, mit ihrem Halbonkel Leonidas I. verheiratet. Sparta war in der einzigartigen Situation, von zwei Königen gleichzeitig regiert zu werden. Auch wenn beide technisch gesehen die gleiche Macht hatten, gelang es Gorgo, den Stand von Leonidas, als dieser den Thron der Dynastie der Agiaden von Kleomenes I. erbte, über den von Leotychidas II. zu erheben, und verhalf ihm so zu mehr Einfluss und Entscheidungsgewalt. Als Königin über einen militärisch geprägten Stadtstaat konnte sie Sparta dank ihrer Intelligenz mehrfach überaus gut dienen. Vor der persischen Invasion von Griechenland im Jahr 480 v. Chr., sandte der im Exil lebende Damaratos eine Warnung über Xerxes' Pläne. Um die Nachricht zu verbergen, ließ er sie in ein Stück Holz schneiden und mit Wachs überziehen. Weder die Könige noch die fünf Ephoren - Berater des Königs, die vom Volk gewählt wurden - konnten mit der blanken Tafel etwas anfangen, bis Gorgo Leonidas anwies, das Wachs vom Holz zu entfernen. In den Überlieferungen finden sich zahlreiche Stellen, die davon berichten, wie sie im Rat anwesend war, um den Königen oder der Versammlung beratend zur Seite zu stehen.
Es ist nicht bekannt, ob die stolze Königin Leonidas mehr als ein Kind gebar - ihren Sohn Pleistarchos - doch bedenkt man den Zeitpunkt, zu dem Leonidas in die Schlacht bei den Thermopylen zog, in der er starb, ist es verständlich, wenn nicht. Und während andere Königinnen Spartas des Ehebruchs bezichtigt wurden, wie etwa Helena, heißt es wiederholt, Gorgo habe sich unerwünschten Avancen stets verweigert. Allerdings wird sie auch mit den Worten zitiert, nur spartanische Frauen brächten wahre Männer hervor, also war möglicherweise niemand sonst in ihren Augen würdig. Dem späteren Historiker Plutarch zufolge fragte Gorgo ihren Ehemann, wohlwissend um dessen unvermeidlichen Tod, als die 300 Spartaner Richtung Norden marschierten, was dieser sie zu tun wünschte. Darauf soll Leonidas gesagt haben: "Heirate einen guten Mann und gebäre gute Kinder." Es gibt keine Überlieferung, dass sie diesem Rat folgte.
Es ist wahrscheinlich, dass Gorgo sowohl vor als auch nach der persischen Invasion durch Griechenland reiste, um Leonidas zu helfen, die griechischen Stadtstaaten zu einer gemeinsamen Verteidigung zu einen. Nahezu die gesamte Herrschaft Leonidas' war geprägt von den Bemühungen, eine Koalition zu schmieden, vor allem eine Allianz mit Athen, der führenden Seemacht. In Athen muss Gorgo eine wahre Sensation gewesen sein, schließlich wurde es dort als Skandal angesehen, wenn eine Frau sich in der Öffentlichkeit zeigte, ganz gleich ob verheiratet oder nicht. Und Gorgo lenkte einen Streitwagen durch die Straßen. Doch noch skandalöser muss es gewesen sein, dass sie dabei die für Frauen traditionelle spartanische Bekleidung trug: ein kurzes, dünnes Hemd und eine Tunika, die Arme und Beine frei ließen. Die Frauen Athens hingegen trugen Kleidung aus schwerem Stoff, die bis auf Gesicht, Hände und Füße den gesamten Körper verhüllten. Die Frauen Spartas genossen zuhause einen Status und einen Respekt, wie es für die Angehörigen ihres Geschlechts im restlichen Griechenland absolut unbekannt war, und ganz ohne Zweifel nutzten Leonidas und Gorgo diese Tatsache durch das entstehende Wechselbad von Schock und Charme in ihren Verhandlungen aus.
Nach dem Tod der 300 bei den Thermopylen wurde Gorgos Sohn König, wobei zuerst sein Onkel und dann sein Cousin die Regentschaft an seiner statt ausführten, bis Pleistarchos im Jahr 478 v. Chr. selbst den Thron bestieg. Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass Gorgo ihm und den Ephoren während des restlichen Kriegs gegen die Perser weiterhin ratend zur Seite stand, verschwindet sie zu dieser Zeit aus den Überlieferungen griechischer Historiker. Es gibt keine Aufzeichnung über ihren Tod.
Strategie
Wer sonst könnte den bürokratischen Teil des Lebens meistern, wenn nicht die Griechen? Als Spartaner kann Gorgo die Macht und Flexibilität des bürokratischen Systems nutzen, um auf jegliche Art und Weise siegreich zu sein.
Griechenland bestimmt das Spiel schon früh durch
Kultur. Mit Gorgo zieht es in den Krieg und erhält [ICON_Culture] Kultur durch Eliminierungen oder durch die Errichtung einer Akropolis auf einem Hügel direkt inmitten ihrer Stadtbezirke und Wunder. In Verbindung mit einem kostenlosen Joker-Platz stellt Griechenland die Regierungssupermacht im Spiel dar. Durch Erforschung der Ausrichtungen, die die Siegstrategie fördern, stehen verschiedene politische Optionen zur Verfügung, die unterwegs hilfreich sein werden. Das Regierungssystem ist flexibel, um jeden beliebigen Siegespfad zu unterstützen, auch wenn ein Kultursieg für Griechenland am einfachsten sein wird.